LIFESTYLE

Der Industrial Stil

Der Industrial Stil

Unverputzte Wände, Metall und Stahl in Verbindung mit unbehandelten Holz und eine etwas rau und maskuline anmutende Atmosphäre: das ist er Industrial Look.

Unter den Stil im Industriedesign fallen vor allem Böden aus Beton, raue Backsteinwände und eine Einrichtung aus Metall, Stahl und massivem Holz. Auch natürliche Materialien wie Glas oder verarbeitetes Treibholz sind im Industrial Look wiederzufinden. Sie unterstreichen den unprätentiösen Charme der roughen Einrichtung.

 

Im industriellen Stil sind Makel werden unverputzte Wände ins Raumbild integriert

Wie alles begann

Anfang des 20. Jahrhunderts hätte kein Mensch daran gedacht den Industrial Style als einen gehobene Stilrichtung zu titulieren. Der Stil orientiert sich an dem Arbeitsambiente alter Fabrikhäuser aus der Zeit der Industrialisierung.

Erst als historische Fabriken zu Wohnungen ausgebaut wurden und unverputzte Wände, die offene Architektur im Loft-Charakter und Metallgegenstände plötzlich zu einer modernen Ästhetik heranwuchsen, etablierte sich die Stilrichtung langsam.  

Populär geworden ist dieser Stil Ende der 70er bis Anfang der 80er Jahre in New York. Die Stadt war zwar noch wild, wurde aber auch immer teurer. Für viele Bohemiens ein Grund, alte, ungenutzte Fabrikhallen als Wohn- und Arbeitsplatz zu nutzen – bekanntestes Beispiel ist wohl Andy Warhol mit seiner Factory. Hier wurde Bestehendes nutzbar gemacht und meist musste wenig Geld reichen.

Also übernahm man das, was da war – alte Werkbänke, Hängelampen, Drehstühle – und ergänzte es mit Gefundenem – Weinkisten, Paletten, rostigen Badewannen. Später mischte sich noch Design darunter, das sich auf bracher Fläche wunderbar inszenieren lässt. So wurde der Industrie-Look geboren. Seine Markenzeichen sind bis heute: 1. die Location mit Backsteinwänden, Betonböden und abblätterndem Lack, 2. günstige Fundsachen und 3. Designklassiker.

 

Ursprünglich stammt der Industrial Stil aus einer Zeit in der alte Fabrikhallen in Wohneinheiten umgebaut wurden

Typisch Industrial: Industrieleuchten

„Form follows function“ – dieser bekannte Leitsatz des Design und der Architektur kann man bei industriell inspirierten Möbeln sehr gut anwenden. Nicht hübsch muss es sein, sondern funktionell. So erleuchteten Anfang des 20. Jahrhunderts gigantische Industrieleuchten aus emaillierten Stahlblech große Fabrik- und Werkstatthallen aus. Ein großer Reflektor dient dazu, das Licht nach unten zu bündeln, damit es auch mehrere Meter weiter unten am Arbeitsplatz ankommt.

Oft besaßen Industrieleuchten auch ein Sicherheitsglas das Schutz vor Staub oder Feuchtigkeit bieten sollte. All diese funktionellen Komponenten kreierten den Look der Industrielampe, den wir heute so lieben. Wir finden das Design über Esszimmertischen oder im Wohnzimmer wieder. Hier leuchten sie nicht großflächige Lagerhallen aus, sondern gemütliche Wohnräume. 

 

 Typisch Industrial: Offene Räume

Wie bereits erwähnt, hat der industrielle Wohnstil seine Wurzeln in Lagerhallen, großen Werkstätten und Garagen. Diese bestanden meist aus großen Räumen ohne Unterbrechungen. Daher findet man den Industrial Look oftmals in Form eines Loft-Grundrisses wieder. Große, offenherzige Räume die Schlafen, Wohnen und Kochen vereinen sind die Konsequenz.

Selbst wenn man kein 180 m2 Loft zu Verfügung hat, kann man den großzügigen Stil des Industrial Lofts sehr gut nachempfinden. Dafür muss man sich auf ausgewählte Möbelstücke die als Highlights im Raum fungieren beschränken und auf überflüssigen Schnick-Schnack verzichten. In dem man beispielsweise Räume gliedert, mit Hilfe von Möbel wie einer Eckcouch, oder einem schönen Sessel, kann man Bereiche schaffen und Räume in die Länge ziehen, bzw. Offenheit schaffen. Mit klaren Strukturen können Wohnräume nämlich größer wirken als sie es tatsächlich sind.

 

Typisch Industrial: Imperfection is perfection

Wir wollen unverputzte Ziegelwände stehen, offene Rohrleitungen aus Aluminium, Kerben im Fußboden und elektrische Leitungen die in großen Industrieleuchten enden. Elemente die man in Wohnungen die dem glamourösen oder modernen Stil gewidmet sind eher verstecken würde, werden im Industrial Stil inszeniert.

Die Beschaffenheit und Grundstruktur des Gebäudes und somit auch der Wohnung ist der Kern des Looks. Ehrlich, ohne Schnörkel und authentisch. Feminines Dekor ist her fehl am Platz. Um den roughen Look zu perfektionieren muss man Unperfektes zulassen.

 

 

Typisch Industrial: Schwere Metalle

Natürlich spielen auch Holz, Glas und Beton eine Rolle im Industrial Stil. Sollte es aber ein Material geben das unverzichtbar ist für die Kreation dieser Stilrichtung, dann ist es mit Sicherheit Metall in all seinen schönsten Formen.

Eisen, Aluminium und Stahl sind aufgrund ihres Gebrauches während der Industrialisierung ein unabdingbares Must-Have für das Einrichten im industriellen Ambiente. Freigelegte Rohrleitungen, grob geschweißte Stühle oder massive Treppen aus Stahl sowie Arbeitsflächen aus dem robusten Metall sind hierfür gute Eckpfeiler. Wer in seiner Industriewohnungen unterbaute Stahlträger stehen hat sollte diese unbedingt inszenieren und in das Wohnungsbild mit aufnehmen.