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Der Stil der Großstädte: Kapstadt, New York, Wien

An dieser Stelle haben wir ja schon oft Stippvisiten in andere Länder gemacht, um euch ein paar Einblicke und Inspirationen zu geben: Wie lebt es sich dort? Und wie können wir uns ein wenig von diesem Lebensgefühl ins eigene Zuhause holen? Heute machen wir mal eben eine Weltreise, und zwar ganz ohne klimaschädliche Flugreisen: Eindrücke aus drei lebendigen Metropolen auf drei Kontinenten.
 

Kapstadt: vibrierender Schmelztiegel

 

Der Tafelberg in Kapstadt

Zugegeben, wer nach Kapstadt reist, wird vermutlich die meiste Zeit des Tages draußen verbringen, denn so viel gibt es zu erleben und zu sehen. Ob Wandern auf dem bzw. den Tafelberg, Bummeln in den angesagten Einkaufsstraßen wie Long Street oder Kloof Street, Flanieren an den Stränden oder kulinarische Entdeckungen auf dem Streetfood-Markt Neighbourgoods … unter freiem Himmel pulsiert das Leben. Doch auch das Wohnen macht einen Teil der Magie der Stadt aus.

Das Erbe der Kolonialzeit, das von niederländischen Siedlern bestimmt wurde, lebt bis heute fort. Das sieht man nicht nur an den eindrucksvollen Villen im kapholländischen Stil. Auch in den weniger reichen Stadtteilen finden sich immer noch häufig Möbel im Kolonialstil: Möbel aus schwerem, dunklem Holz mit Geschichte. Überhaupt wird ein gewisser abgenutzter Chic zelebriert (was einem auch häufig begegnet, sind bunte Musterfliesen), dieser aber modern in Szene gesetzt.

Phantasie, Erfindergeist und Kreativität durchwirken Kapstadt allerortens, gerade in aufstrebenden Vierteln wie Woodstock, das wegen seiner (vergleichsweise) günstigen Mieten in der Künstlerszene beliebt ist. Die afrikanische Historie zeigt sich im Viertel Bo Kaap, das schon allein wegen seiner knallbunten Hausfassaden eine Reise wert ist.

 

 

Einen Hauch kapstädtischen Style lässt du also bei dir einziehen durch die Kombination von alt und neu. Lass dunkle Holzmöbel im Kolonial- oder Retro-Stil auf mediterrane weiße Wände treffen und kombiniere das Ganze mit viel Pflanzengrün und einer Portion bunten Boho-Stil – ganz dezent, sodass du jenen Look der Mother City schaffst, den man mit „liebevoll eingewohnt“ umschreiben könnte.

New York: urban cool

Wer zum ersten Mal in den USA ist, wird sich vermutlich über die Dimensionen dortiger Möbel wundern. Ja, im Land der unbegrenzten Möglichkeiten ist tatsächlich alles ein wenig größer. In New York kommt allerdings ein anderer Faktor hinzu, nämlich beengte räumliche Möglichkeiten aufgrund der hohen Bewohnerdichte. Deswegen wichen (Lebens-)Künstler auf leerstehende Fabriken aus. Aus dieser Umwidmung in kreativen Wohn- und Lebensraum entstand der Fabrik-Loft-Style, der unter dem Schlagwort „Industrial“ seine Spuren im New Yorker Einrichtungsstil hinterlassen hat.

 

So sind zum Beispiel grobe Texturen, unverputzte Ziegelwände und Industrial-Lampen echte Dauerbrenner. An Möbeln ist man für New Yorker Loft-Atmosphäre mit modernen Industrial-Möbeln gut bedient, die zwar mit grobem Holz und dunkel lackiertem Metall das Erbe alter Fabrikeinrichtungen tragen, andererseits jedoch in minimalistischen, geometrischen Formen gehalten sind.

 

 

Oftmals sind die New Yorker Appartements offen gehalten, das heißt, alles findet in einem Raum statt. Da man sich bei den örtlichen Mieten in der Regel nur wenig Wohnraum leisten kann, sind flexible oder multifunktionale Möbel gefragt. Wenn man irgendwo Stauraum unterbringen kann, dann wird der gleich genutzt. Auch dass man sich Wohnungen teilt, da man die Miete als Einzelperson nicht aufwenden könnte, ist New Yorker Normalität. Abstriche machen viele beim Essbereich – gegessen wird sowieso meist auswärts. Dafür darf ein bequemes Boxspringbett nicht fehlen.

Wie in vielen Großstädten ist Nachhaltigkeit im Big Apple schwer im Trend. Organic, Sustainability, DIY und Upcycling sind die Schlagwörter der Stunde. Deswegen passen kreative Upcycling-Möbel sehr gut in ein Urban Loft. Dazu kannst du ruhig ordentlich Zimmerpflanzen anschaffen und es „urban gardening“ nennen. Natürlich ist New York in erster Linie ein Ort, an dem Einflüsse aus der gesamten Welt zusammenkommen. Raum für Individualität bleibt also immer.

 

Im New York Loft wird rauer Industrial-Charme wohnlich

 
 

 

Wien: urige Kaffehaus-Tradition

Wie jede Stadt ist auch Wien im Aufbruch, im Spannungsfeld von Tradition und Erneuerung, von Alteingesessenen und  Zugezogenen, von Bewahrern und Gentrifizierung. Wer das berühmte und traditionsreiche Wien erleben will, sollte auf jeden Fall in einem der Kaffeehäuser einkehren. Deren besonderes Flair sollte man sich bei keinem Wien-Besuch entgehen lassen – nicht umsonst zählt die Wiener Kaffeehaus-Kultur inzwischen zum immateriellen Kulturerbe der UNESCO. Und bei Gefallen kannst du dir auch ein Stück davon für dein Zuhause mitnehmen.

 

Urige Möbelstücke stehen im Kaffeehaus: Klassische Holzstühle, runde Tische und gepolsterte Sitzbänke. Ikonisch sind etwa Thonets Holzstühle „Nr. 14“, deren Sitzfläche mit dem „Wiener Geflecht“ bezogen ist. Wiener Geflecht ist ein bestimmtes Webmuster von Peddigrohrgeflechten, das aus sechs Strängen besteht, und das durch Längs-, Quer- und Diagonalverbindungen seine besondere Stabilität erhält. Grundsätzlich passt also jede Art von Holz- und Rattanstuhl in deine Einrichtung. Nachdem du diese Basis geschaffen hast, bringst du noch ein wenig edlen Glanz hinein, damit sich das Kaffeehaus-Flair einstellt. Das erreichst du mit gläsernen Lampen oder Kronleuchtern. Gute Orientierung bietet der Art-Déco-Stil, der immer gut für glanzvolle Akzente in Gold sein kann.

 

 

Weitere Ideen zur Abrundung: Gemütliche Polstersessel zu einer Stehlampe, um wie die großen Literaten des 20. Jahrhunderts die Tageszeitung zu studieren. Marmortischchen, auf denen du die Tageszeitung ablegst. An den Wänden können prunkvolle Spiegel das Erscheinungsbild abrunden. Und natürlich gehört klassisches Porzellangeschirr auf die Tische!

Nun brühst du dir noch eine Wiener Melange auf – fertig ist das Kaffeehaus-Erlebnis!

Rechts: Das weltberühmte Café Sacher, links: Glänzende Deko rundet den Look ab

Und was soll dein nächster Sehnsuchtsort sein?