RATGEBER

Einmal umziehen bitte!

Im Schnitt ziehen etwa 12 % der Deutschen pro Jahr um. Das ist die gesamte Bevölkerung von Berlin – mal zwei. Eine beachtliche Zahl. Die meisten ziehen aus privaten Gründen um. Dabei bleiben etwas mehr als die Hälfte ihrer Stadt treu. Nur ein gutes Viertel der Umzügler zieht weiter weg. Die meisten wählen für ihren Umzug den Sommer und verzichten auf die professionelle Hilfe einer Spedition.

 

Das Umzugsverhalten der Deutschen. Studie von immobilienscout von 2012

All diese Fakten ändern nichts daran, dass ein Umzug eine ziemlich persönliche Sache ist. Man verlässt sein Zuhause, um ein neues zu beziehen. Erinnerungen und Nachbarn bleiben zurück und neue Abenteuer warten. Falls du auf eine Spedition verzichtest, plane auf jeden Fall genügend Helfer ein. Das macht den Umzug entspannter für alle Beteiligten und lässt die Arbeit schneller von der Hand gehen. An was du sonst an deinem großen Tag denken solltest und wie du dich am besten vorbereitest, zeigen wir dir hier.

 

Ausmisten und Einräumen

Ein Umzug ist die beste Gelegenheit, ein wenig Ballast loszuwerden. Bevor du also anfängst in Kisten einzuräumen, denk genau darüber nach, ob es nicht an der Zeit ist, das alte Schlauchboot, die kaputte Kommode oder die unzähligen Magazine, die sich über die Jahre angesammelt haben, loszuwerden. Das betrifft vor allem Keller und Dachboden, wo gerne Dinge verstauben, die man schon längst vergessen hat.

 

Hast du erstmal reduziert, kann es ans Einpacken gehen. Beginne die Räume deiner alten Wohnung nach ihrer Wichtigkeit einzuteilen und beginne so auch die Kisten zu packen. Nicht-saisonales kann schon lange vor dem Umzug verpackt werden, genauso wie gelesene Bücher und das gute Geschirr, das sowieso nur zu besonderen Anlässen benutzt wird.

 

Gut sortiert ist halb umgezogen!

Wenn es an das Packen der Kisten geht, gilt die Regel: Schweres nach unten, Leichtes nach oben. Die Kisten sollten nicht mehr als 20 kg wiegen, damit sie noch problemlos getragen werden können und nicht reißen. Also lieber nicht bis zum Rand mit schweren Sachen füllen, sondern lieber mit leichten Stücken wie Kleidung und Handtüchern auffüllen.

 

Kleidung und andere Textilien kannst du auch getrost in Müllsäcken verpacken. Das spart Platz und eignet sich gut als Zwischenpolster für große Möbel. Als Füllmaterial für Kisten verzichtest du lieber auf die gute alte Zeitung, da die Druckerschwärze leicht abfärben kann. Nimm lieber Packpapier oder Kissenbezüge, Hand- und Geschirrtücher. Vor allem bei schweren Büchern und zerbrechlichem Geschirr bietet es sich an, auf leichtes und weiches Polstermaterial zurückzugreifen.

 

Tipp: Führe einen vorsichtigen Rütteltest durch, um zu sehen, ob auch nichts im Karton klappert und somit beschädigt in deinem neuen Zuhause ankommen könnte.

 

Markiere deine Boxen von mehreren Seiten mit der jeweiligen Raumbezeichnung. So kannst du auch im neuen Zuhause selbst gestapelte Kisten gut auseinander halten.

 

Wer so detailiert wie nur möglich beschriftet, erspart sich viel Chaos.

Wasser und Co.

Bevor der große Tag vor der Tür steht, bereite dich nicht nur durch Ausmisten, Einräumen und Auseinanderbauen vor, sondern auch mit den Kleinigkeiten, die einen Umzug angenehmer machen und im Notfall sehr nützlich sein können. Versorge dich und deine Helfer mit kleinen Flaschen Wasser und einigen praktischen Snacks wie Brezen oder Bananen.

 

Hab in beiden Badezimmern, im neuen und im alten, Toilettenpapier, Seife und ein Handtuch parat. Eine Rolle Klebeband, einen Teppichschneider, eine Schere, Müllsäcke und eine Rolle mit Verpackungsfolie zur Hand zu haben, kann in Notfällen das Stresslevel senken, gerissene Kisten retten und Missgeschick in Wohlgefallen auflösen.

 

Ein- und Ausladen

Der Umzugswagen steht vor der Tür. Die Umzugshelfer sind bereit. Jetzt kann der Umzug beginnen. Hier solltest du die Kontrolle behalten und deinen Helfern klare Anweisungen geben. Eine Kette ist oft effektiver als ein Hoch und Runter, Rein und Raus aller Beteiligten. Am besten fangt ihr mit den Kisten – und hier natürlich den schwersten, also den Bücherkisten – an. So könnt ihr den Wagen am effektivsten füllen. Als nächstes kommen die größeren Möbel wie deine Couch oder dein Bett. In die Zwischenräume kannst du Müllsäcke mit Textilien stecken.

 

Schwere und sperrige Möbelstücke sollten zuerst ausgeräumt werden

Zum Schluss kommen Waschmaschine und Kühlschrank. Beim Letzteren immer daran denken: Vor dem Umzug mindestens für 24 Stunden abtauen lassen, damit die Kühlflüssigkeit sich setzen kann.

 

Seid ihr bei der neuen Wohnung oder am neuen Haus angekommen, empfiehlt es sich Lagepläne auszuteilen und die einzelnen Räume zu markieren, damit die Umzugshelfer genau wissen, was wohin gehört. So spart man sich späteres Rumräumen und dadurch viel Zeit und Energie.

 

Der Küchenexperte

Besonders die Küche brauchst du nach einem Umzug ziemlich schnell. Sei es, um den Helfern ein Glas Wasser anzubieten oder am nächsten Morgen ein stärkendes Frühstück zu dir nehmen zu können. Deswegen empfiehlt es sich, einen deiner Helfer als Küchenexperten abzustellen. So kann die Küche eingeräumt werden, während alle anderen sich um den Rest des Umzugs kümmern. Am besten holt man diese Person schon dazu, wenn man einpackt. So weiß derjenige genau, wie man die eigene Küche eingerichtet hat und was wichtig ist. Ein Sekt nach einem harten Umzug schmeckt aus einem schönen Glas nämlich wesentlich besser als aus einem weißen Plastikbecher.

 

Wer mit der ganzen Küche umzieht, sollte vorher Fotos des alten Aufbaus machen.

 

Denk auch an dich

Vor allem für dich und deine Mitumziehenden ist der Umzug stressig. Organisiere also bei Kindern einen Babysitter und pack einen Extrakoffer mit allem, was du in den ersten Tagen nach deinem Umzug brauchen wirst. Ein Kulturbeutel, ein schöner Pyjama und bequeme Kleidung zum entspannten Ausräumen sind unerlässlich. Denke auch daran Bettwäsche einzupacken. So musst du nicht lange suchen, um dich abends nach getaner Arbeit in dein Bett fallen zu lassen. Vergiss auch nicht, einen Nachsendeantrag bei der Post einzureichen oder alternativ allen wichtigen Stellen, wie der Krankenkasse oder deiner Bank, deine neue Adresse mitzuteilen. So entgeht dir nichts Wichtiges und der Stresslevel nimmt nicht noch eine Schippe zu.

 

Wenn alles verpackt ist und du bereit bist, dein altes Zuhause  zu verlassen, gehe noch einmal durch alle Räume und vergewissere dich, dass auch alle Lampen, Vorhänge usw. eingepackt sind. Eine Checkliste kann dir helfen, im stressigen Umzug einen kühlen Kopf zu bewahren und nichts zu vergessen.

 

Sobald das Bett steht, fühlt man sich gleich viel mehr zu Hause.