RATGEBER

Schaffe im Nu deine Gästezimmer-Oase!

Unsere neue Reihe widmet sich Wohn- und Einrichtungsproblemen, die allen von uns irgendwie bekannt sind. Bei der Lösungsfindung bekommen wir professionelle Hilfe von unseren Fashion for Home-Einrichtungsexperten, die kreative und individuelle Vorschläge machen, wie ihr das Beste aus einem engen Flur, einer kleinen Küche oder einem schmalen Balkon herausholt. Im ersten Teil der Serie beschäftigt sich Valentina Bauer aus dem Fashion for Home-Showroom Berlin mit dem Thema Gästezimmer und gibt Tipps wie ihr eine kleine Wohlfühl-Oase für Übernachtungsgäste schaffen könnt.

Jeder von euch kennt die Situation: Gäste kündigen sich übers Wochenende an und wir suchen händeringend nach einer Schlafmöglichkeit, rücken Möbel und versuchen mehr Platz zu schaffen in unseren vier Wänden. Nicht jeder von uns bewohnt eine großzügige Wohnung und so müssen wir bei Besuch oft näher zusammenrücken.

Wenn ihr allerdings eure Einrichtung von vornherein richtig plant und folgende Tipps beherzigt, vermeidet ihr die große Panik und könnt entspannt eure Gäste empfangen!

Im Folgenden zeige ich euch anhand von drei Szenarien, wie ihr mit kleinen Veränderungen mehr Flexibilität in eure Räume bringt und es schafft, dass sich eure Gäste wohlfühlen!

 

Szenario 1: eine ungenutzte Ecke steht zur Verfügung

Eure Oma kommt euch für drei Tage besuchen und ihr wollt eine bisher ungenutzte, freie Ecke als Rückzugsort und Schlafgelegenheit gestalten.

Eine Frage solltet ihr vorab klären: Wollt ihr den freien Raum nur für Gäste nutzen oder habt ihr noch andere Verwendungsmöglichkeiten? Zum Beispiel eignet sich ein Rückzugsort, der als Schlafplatz für eure Oma oder einen anderen Gast dient, auch wunderbar als feste Meditationszone oder Leseecke.

 

Wenn ihr euch über die Funktion klar seid, geht es an die Einrichtung. Eine Ecke oder Nische sollte wegen des Platzmangels sehr dezent eingerichtet sein, sodass die eigentlichen Funktionen klar definiert sind. Ein Regal mit Büchern, ein tolles Bild, ein kuscheliger Teppich, ein kleiner Couchtisch sowie eine schöne Stehleuchte – diese Elemente reichen völlig aus, damit der Raum wohnlich und gemütlich wirkt. Der Koffer der Oma kann in dem Fall im Flurschrank oder in eurem Schlafzimmer verstaut werden. Alles andere lässt sich unkompliziert im Regal unterbringen.

Als nächstes steht die Entscheidung für ein passendes Sofa an. Ich empfehle euch ein Kombimöbel, das mehrere Funktionen erfüllt: Ein Schlafsofa könnt ihr zum Relaxen nutzen und wenn die Oma zu Besuch kommt, verwandelt ihr es einfach in ein Bett. Auf diese Weise kombiniert ihr Wohnen und Schlafen und spart auch noch Platz!

 

Tipp: Unordnung ist ein No-Go! Ein kleiner Raum, der auf mehrere Arten genutzt wird, muss definitiv aufgeräumt wirken. Idealerweise bieten eure Möbel genug Stauraum, denn je weniger herumsteht und das Auge ablenkt, desto mehr Ruhe strahlt ein Ort aus – perfekt für einen Schlafbereich. Eine reduzierte Gestaltung ist also bei doppelter Anforderung sehr willkommen, lässt sich leicht umsetzen und wirkt einladend auf eure Gäste.

 

Szenario 2: Schlafgelegenheit im Kinderzimmer schaffen

Ein Freund eures Kindes bleibt über Nacht und ihr wollt ihn im Kinderzimmer unterbringen.

Kinderzimmer sind oft klein und mit Spielzeugen übersäht. Stellt sich also die Frage, wie ihr einen kleinen Gast ohne viel Aufwand unterbringen könnt. Ich kann euch beruhigen, Kinder sind äußerst unkomplizierte Gäste! Sie reisen mit wenig Gepäck und haben maximal ihr Lieblingsspielzeug, eine Zahnbürste und einen Schlafanzug in ihrem Rucksack.

 

Als Schlafmöbel rate ich euch zu einem Schlafsessel oder einem Schlafhocker. Mit wenigen Handgriffen lässt sich so ein Möbelstück zu einem Bett ausklappen und kann sonst als Spielwiese oder Sitzfläche genutzt werden. Klappt man es wieder zusammen, bietet es genug Freiraum um im Zimmer herumzutoben.

Tipp: Auch hier plädiere ich für Ordnung. Regalsysteme an den Kinderzimmer-Wänden bieten sich als Museumsvitrine für Spielezeuge sehr gut an – man will ja zeigen, was man hat! Legosteine lassen sich wunderbar in Kisten unter dem Bett verstauen und ruckzuck ist das Zimmer aufgeräumt. Macht eurem Kind klar: Wer Ordnung hält, hat am Ende genug Platz, um sich auszubreiten und Gäste übernachten zu lassen!

 

Szenario 3: ein kompletter Raum ist ungenutzt

Eure Eltern möchten euch besuchen und wollen ein verlängertes Wochenende in eurer Wohnung verbringen. Glücklicherweise steht euch ein komplettes Zimmer zur Verfügung, welches ihr als Arbeitszimmer nutzt und das ihr jetzt um die Funktion eines Gästezimmers erweitern wollt.

 

Optisch soll beim Betreten des Raumes nicht direkt ersichtlich sein, dass hier auch gearbeitet wird. Das heißt: Ordner verschwinden hinter Regaltüren und der Rest vom Schreibtisch in der Schublade des Tisches. So schafft ihr eine wohnliche Atmosphäre für eure Gäste.

Idealerweise findet ihr noch genug Platz für einen kleinen, schmalen Schrank oder eine Kommode. Dann können eure Eltern direkt ihre Sachen ordentlich verstauen und sich wohlfühlen.

 

Extra-Tipps für eure Gäste-Oase

1. Seid euch bewusst, dass ein Schlafzimmer zum Ruhen da ist. Weniger ist hier mehr, das heißt, alles Unnötige muss raus! Das Schlafzimmer wird immer von einem großen Möbelstück dominiert, weitere, große Möbelstücke wirken dann schnell zu viel. Ein Bett, zwei Nachttische und eine Nachttischlampe genügen also völlig. Wenn die Möglichkeit besteht, dann stellt den Schrank auf die Seite des Bettes – für viele kann ein Schrank, den man vom Bett aus sieht, erdrückend wirken.

2. Streicht oder tapeziert die Wände in sanften, warmen Grau-, Blau- oder Beigenuancen. Diese wirken beruhigend und eignen sich ideal für Räume, die als Rückzugsort dienen.

3. Löst euch von dem Gedanken, dass ein Schlafzimmer direktes Licht über dem Bett benötigt. Setzt lieber mehrere indirekte Lichtquellen ein, denn eine Deckenlampe blendet unser Auge unnötig. Mit einer Stehlampe, deren Lampenschirm nach oben und unten Licht abgibt, schafft ihr zum Beispiel spielend einfach Atmosphäre – und hell genug wird es damit auch.

4. In einem Altbau bietet sich oft die wunderbare Möglichkeit in die Höhe zu planen und somit zusätzlichen Stauraum zu schaffen. Bei hohen Decken könnt ihr beispielsweise eine weitere Ebene einziehen und so Platz für Bettdecken, Topper und Koffer schaffen. Außerdem könnt ihr Schränke hervorragend raumhoch planen – so habt ihr genügend Platz für alles, was nicht präsent sein soll.

5. Wenn ihr ein Schlafsofa kauft, stellt unbedingt sicher, dass das Maß der Liegefläche den Anforderungen genügt. Probiert auch den Mechanismus des Möbelstücks selbst mehrmals aus – es sollte beispielsweise mit einer Person aufzubauen sein.

6. Macht euch außerdem zur Funktionsweise des Möbels Gedanken: In welche Richtung wird das Bett ausgeklappt? Wird es nach vorne geschoben, um nach hinten ausgeklappt zu werden oder lässt es sich einfach nach vorne ziehen? Hat das Sofa einen Bettkasten oder muss man an zusätzlichen Stauraum für Bettwäsche denken?

7. Eventuell denkt ihr auch ein bis zwei Topper, sprich eine Matratzenauflage, wenn ihr euer Gästezimmer einrichtet. Denn jeder schläft anders, sodass ein sensibler Rücken manchmal eben eine zusätzliche Auflage braucht. Diese kann dann zusammengerollt im Schrank auf ihren Auftritt warten und beansprucht nicht viel Raum.

Wenn ihr eure Gäste-Oase plant und einrichtet, denkt vor allem daran, dass im Gästezimmer Funktionalität das A und O ist! Setzt also auf Möbel, die mehrfach genutzt werden können und schafft genügend Stauraum. So werden sich eure Gäste ganz sicher wohl bei euch fühlen!