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Girls’ Day: Frauen bei home24

 

Am 28. März 2019 findet der diesjährige Girls’ Day statt – ein Aktionstag verschiedener Ministerien und Initiativen, der zum Ziel hat, Mädchen für einen Beruf in mathematischen, Ingenieurs-, naturwissenschaftlichen und technischen Feldern (kurz: MINT-Fächer) zu begeistern. Schließlich gibt es ja eigentlich nichts (mehr), was Frauen von sogenannten „Männerberufen“ fernhält – sollte man meinen.

Bei home24 freuen wir uns sehr über weibliche Mitarbeiter in allen Bereichen. Zwar lassen sich die traditionellen Rollenverteilungen schon noch in den meisten Abteilungen wiederfinden – so arbeiten in „Jungsberufen“ wie im Lager oder der IT noch überwiegend Männer, in Marketing und Kundenservice sind es etwas mehr Frauen –, aber  der Unterschied wird kleiner, sodass sich auch bei uns die gesamtgesellschaftliche Tendenz widerspiegelt. Wir haben mit drei Mitarbeiterinnen in vermeintlichen Männerdomänen darüber gesprochen, wie groß der „kleine Unterschied“ wirklich ist.
 

Miriam Grundig, Product Manager SAP

 

 

Stell dich bitte kurz vor. Welche Aufgabe hast du bei home24?

Ich bin Miriam Grundig und bei home24 Product Manager für SAP. SAP ist unsere Software, die hinter allen Prozessen steht, die stattfinden, nachdem eine Bestellung abgeschickt wurde. Also die Bestellung der Möbel beim Hersteller, ihre Ein- und Auslagerung im Lager, der Bezahlvorgang, der Kundenservice, etc. pp.

Ich sorge dafür, dass wir von unseren internen Benutzern die Änderungs- und Erweiterungswünsche strukturiert einsammeln und priorisieren, um zu entscheiden, was wir in der nächsten Entwicklungsphase angehen.

Wie bist du zu deinem Job gekommen? Wie hat sich dein Berufswunsch entwickelt?

Ich wollte erst Mathematik studieren, habe mich aber letztlich für Informatik entschieden, weil es mir zukunftsträchtiger und anwendungsfähiger erschien. Nachdem ich einige Jahre als Entwicklerin gearbeitet habe, wurde mir das etwas zu langweilig, und ich wollte mehr in den Kundenkontakt und größere Projekte vorantreiben. So bin ich erst als IT-Berater in verschiedenen Firmen gewesen und schließlich als Projektmanager bei home24 gelandet.

Was sollte man mitbringen, wenn man in deinem Job arbeiten möchte?

Analytisches Denken. Die Probleme, die man als Entwickler und auch als Product Manager löst, sind oft komplex und unübersichtlich. Die Hauptaufgabe besteht also darin, sie zu verstehen, in Teilprobleme aufzuteilen und dann nach und nach zu lösen. Dieses analytische Denken habe ich während des Studiums und der Arbeit als Entwickler verinnerlicht und wende es heute auf große Projekte und komplexe Problemfälle an.

Du bist in einem eher männlich dominierten Berufsfeld. Warum ist das deiner Meinung nach so? Was müsste sich in der Gesellschaft noch ändern für mehr Geschlechtergleichheit?

Die Gesellschaft hält leider bestimmte Fächer und Berufsfelder für „eher männlich” und andere für „eher weiblich”. Das wird unseren Kindern schon von klein auf beigebracht. Jungs werden zum Spielen mit Bällen, Baggern und Zahlen animiert, während man kleinen Mädchen eher eine Puppe in die Hand drückt. Bis wir das wirklich ändern, wird es noch dauern.

 

Ich bin daher ein großer Freund gesetzlicher Vorstöße, um Veränderungen zu beschleunigen. Zum Beispiel sollte man das Ehegattensplitting abschaffen, Quoten für bestimmte Firmen/Positionen einführen, die Gehaltsunterschiede zwischen Männern und Frauen gesetzlich verbieten und dies auch kontrollieren. Außerdem kann man natürlich schon im jungen Alter bei der Kindererziehung viel verbessern, indem man Kinder z.B. geschlechtsneutral kleidet und fördert. Lehrer, Erzieher und Manager sollten Fortbildungen zu diesen Themen besuchen, um sich ihrer internen, unbewussten Mechanismen bewusst zu werden und diesen aktiv entgegensteuern zu können.

 Was würdest du jungen Berufseinsteigerinnen in technischen Berufen empfehlen?

a) Keine Angst vor dem Unbekannten: Es ist nicht immer leicht, sich in einen Job zu wagen, der als männlich dominiert gilt. Aber seid euch bewusst, dass ihr genauso gut denken und lernen könnt wie Männer, also lasst euch von ihrem Gehabe nicht abschrecken.

b) Der erste Schritt ist keine Entscheidung fürs Leben. So wie ich irgendwann kein Entwickler mehr sein wollte, kann jeder seine Karriere heutzutage auch später im Leben noch ändern. Es gibt sehr viel mehr Berufe, als einem in der Schul- und Studienzeit bewusst ist. Die Frage ist also weniger „was will ich mal werden”, sondern „welche Fähigkeiten möchte ich lernen”. Ich würde immer zu einem technischen/analytischen Studium raten, da man kurz nach dem Abi am fittesten ist, solche Dinge zu lernen. Diese Fähigkeiten werden einem, auch wenn man in andere Berufsfelder wechselt, immer von Nutzen sein!

c) Seid ihr selbst. Lasst euch nicht einreden, dass ihr auf Arbeit besonders ernst, seriös, hart oder fehlerfrei sein müsst. Konzentriert euch auf euer Können, das Dazulernen und eure Stärken. Es gibt keine Shortcuts zum Erfolg, und was vor 20 Jahren funktioniert hat, muss heute nicht mehr richtig sein. Daher ist es wichtig, keine Rolle zu spielen, sondern authentisch zu sein. Es ist völlig okay, seine Persönlichkeit mit auf Arbeit zu bringen, auch wenn die in männlich dominierten Feldern auffällt. Das ist ein Vorteil, kein Nachteil!

 

Romina Nikolova, Data Scientist

 

 

Stell dich bitte kurz vor. Welche Aufgabe hast du bei home24?

Ich bin Romina Nikolova und arbeite seit 2016 als Data Scientist bei home24

Wie bist du zu deinem Job gekommen? Wie hat sich dein Berufswunsch entwickelt?

Ich habe mein Masterstudium in Belgien abgeschlossen und über ein Praktikum bei home24 angefangen. Mich haben damals meine Statistik-Professoren an der Uni sehr inspiriert und mich darin bestärkt, eine Karriere in Datenwissenschaften und –Analytik einzuschlagen.

Was sollte man mitbringen, wenn man in deinem Job arbeiten möchte?

Man muss auf jeden Fall eine Neugierde für Forschung mitbringen, mit sich selbst kritisch sein, und kein Problem mit dem Prinzip „trial and error“ haben.

Du bist in einem eher männlich dominierten Berufsfeld. Warum ist das deiner Meinung nach so? Was müsste sich in der Gesellschaft noch ändern für mehr Geschlechtergleichheit?

Ganz unabhängig vom Geschlecht gibt es in meinem Bereich noch keine bekannten Namen, die andere inspirieren. Ich finde, es ist wichtig, bei seiner Arbeit Vorbilder zu haben, die einen motivieren, seien sie nun männlich oder weiblich. Und es wäre wünschenswert, dass man sich in der Arbeitswelt einfach an den Zielen und Ergebnissen im Berufsalltag orientiert, und nicht am Geschlecht. Das würde ein faires und gleichberechtigtes Arbeitsumfeld schaffen.

Was würdest du jungen Berufseinsteigerinnen in technischen Berufen empfehlen?

Stellt eure Methoden immer wieder in Frage, diskutiert über eure Ideen und holt euch Feedback. Datenwissenschaft ist ein Teamsport.

 

Dr. Kirstin Hüttner-Tong, VP Supplier Management

 

 

Stell dich bitte kurz vor. Welche Aufgabe hast du bei home24?

Ich bin bei home24 zuständig für das Lieferantenmanagement, also die Zusammenarbeit mit unseren Möbel-Lieferanten. Das umfasst Dinge wie Qualitätsmanagement, Bestellung und Beschaffung.

Wie bist du zu deinem Job gekommen? Wie hat sich dein Berufswunsch entwickelt?

Ich bin schon seit über 20 Jahren in der Logistik tätig. Ich habe Wirtschaftsingenieurwesen studiert, war also schon immer eine von den wenigen Frauen. Als ich damals studiert habe, waren wir drei von 150. Ich bin eher zufällig in die Logistik gerutscht. Vorher war ich in der Automobilbranche, da war die Frauenquote noch geringer, als sie hier ist. Zu home24 bin ich dadurch gekommen, dass ich vorher für einen unserer Partner gearbeitet habe.

Wie erklärst du dir, dass in deinem Berufsfeld noch so wenige Frauen unterwegs sind?

Gute Frage … Die meisten der Kollegen haben einen Ingenieurstitel, und in dem Feld studieren noch mehr Männer als Frauen, wobei ich glaube, dass sich das mittlerweile ändert. Verstehen kann ich‘s auch nicht, aber es scheinen doch noch mehr Männer zahlenlastige Bereiche zu wählen.

Was müsste sich deiner Meinung nach ändern, damit mehr Frauen dort einsteigen?

Es muss den Mädchen Mut gemacht und verdeutlicht werden, dass auch zahlengetriebene Berufe von Frauen ohne Probleme gemacht werden können, wenn nicht sogar besser. Ich denke, es ist auch wichtig, dass sich Unternehmen bemühen, Frauen in solchen Positionen einzusetzen. Zumal Frauen ja im zwischenmenschlichen und kommunikativen Bereich eigene Stärken einbringen, welche sie für diese Tätigkeiten zum Gewinn macht. Ich glaube, home24 ist da auch schon recht fortschrittlich.

 

Was sollte man mitbringen, wenn man in deinem Job arbeiten möchte?

Ein gutes Verständnis von Prozessen, eine strukturierte Arbeits- und Herangehensweise, eine gewisse Zahlenaffinität gehört natürlich auch dazu, weil alles was in der Logistik gemacht wird, gemessen wird. Und in unserem Bereich, da wir viel mit Lieferanten zu tun haben, braucht es Verhandlungsgeschick und gute kommunikative Fähigkeiten.

Hast du schon mal erlebt, dass du weniger ernst genommen wurdest als deine männlichen Kollegen? Auch das ist ja leider noch trauriger Arbeitsalltag …

Mittlerweile erfahr ich das nicht mehr, da ich lang genug im Geschäft bin. Aber in meiner Vergangenheit ist es mir oft so gegangen, dass ich bei Gesprächen nicht für voll genommen, und stattdessen mein männlicher Kollege angeguckt wurde. Oder dass einer mal zu mir meinte „Nice smile!“, aber nicht inhaltlich auf mich einging, das hab ich auch schon erfahren. Mittlerweile ist das aber nicht mehr so.

Was würdest du jungen Berufseinsteigerinnen in technischen Berufen empfehlen?

Dass sie sich von solchen Erlebnissen nicht entmutigen lassen. Es gibt überhaupt keinen Grund, warum Frauen einen Beruf nicht genauso gut erledigen können wie ihre männlichen Kollegen.

 

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Und wenn du dir vorstellen kannst, für home24 zu arbeiten, ganz gleich, ob m/w/d, dann findest du die aktuellen Stellenausschreibungen hier: