LIFESTYLE

Holz und seine vielen Gesichter

Holz ist DER Klassiker im Innendesign. Als Baumaterial ist es quasi schon immer dagewesen, ob für Häuser oder für Möbel. Doch Holz hat viele Gesichter und wird je nach vorherrschendem Designstil ganz unterschiedlich genutzt. Doch welches Holz passt zu euch? Hier stellen wir euch die verschiedenen Stile vor.

 

Holz kann richtig edel aussehen, verliert aber nie seine Bodenständigkeit.

1. Rustikal: Willkommen im rustikalen Landhaus

In alten Bauernhäusern war Holz naturgemäß das Material der Wahl. Das rustikale Design der typischen Holzmöbel besticht durch gänzlich unbehandeltes Holz. Natürliche Materialalterung ist gewollt und erzeugt eine schöne Patina. Liebhaber nehmen selbst Splitter in Kauf. Die lange Tafel, schöne Holzstühle oder rustikale Hocker sind am schönsten als einfach gehaltene, schnörkellose Handwerkskunst. Erdige Farben sind auch beim Rest der Einrichtung die beste Wahl für einen rundum gelungenen Landhausstil, in dem ihr euch der Natur sofort ein bisschen verbundener fühlt.

 

2. Weiß lackiert: Willkommen im amerikanischen Landhaus

Die modernere Variante dieses sehr urigen Einrichtungsstils ist der amerikanische Landhausstil, auch Country-Chic genannt. Hier wird ebenfalls viel Holz verarbeitet, allerdings machen vor allem weiß lackierte Möbelstücke den Look aus. Die Form bleibt gradlinig, der weiße Anstrich zaubert aber einen Hauch Romantik ins Haus. Farbige Akzente könnt ihr durch Wohntextilien wie Tischdecken, Kissen oder Sofabezüge setzen. Blau und einfache Streifen oder Karomuster passen gut. Und natürlich der Inbegriff des Landlebens: der Schaukelstuhl. Was für eine Idylle…

 

Weiß lackiertes Holz und traditionelle Landhaus-Formen: so sieht der neue Landhausstil von heute aus!

3. Braun gemasert: Mid-Century-Stil

Was heute oft als Retro bezeichnet wird, meint meistens den Mid-Century-Stil der 50er und 60er. Schnörkellose Möbel mit klaren Linien waren charakteristisch und viele heutige Designklassiker entstanden in dieser Zeit. Etwa der geschwungene Nierentisch, eines DER Symbole der Nachkriegszeit.

 

Dunkelbraunes Holz, eine sichtbare Maserung und retrogrades Design machen den Look aus.

Zunächst wurden viele Möbel aus heimischen Hölzern wie Buche und Eiche gefertigt, die aber heute oft spöttisch als „Gelsenkirchener Barock“ abgetan werden. Teakholz war während des wirtschaftlichen Aufschwungs dann das Holz der Wahl. Das dunkle Tropenholz ist speziell für Gartenmöbel bekannt, allerdings ökologisch und politisch kaum mehr zu vertreten. Robinie ist eine nachhaltige Alternative, die selbst in dunklem Grün, Braun oder Rot angestrichen super in diesen Look passt: Bodenständig und gleichzeitig mit einer gewissen Neugier auf neue Designs.

 

4. Hell gebeizt: Skandinavisch

Wenn ihr bei Urlaub sofort an schwedische Seenlandschaften denkt, dann sind Möbel aus Skandinavien genau das Richtige für euch. Die hellen Birken- und Kiefernhölzer sind charakteristisch für den Stil. Naturbelassen kommt das Holz am besten zur Geltung, aber auch in weiß oder Pastelltönen angestrichen erkennt man sofort das minimalistische Design. Das strahlt die stilvolle Gelassenheit aus, die wir am skandinavischen Stil so lieben.

 

 

Tipp: Streicht einen Teil der Tisch- oder Stuhlbeine an und lasst den Rest unbehandelt. So schafft ihr einen angenehmen Kontrast und die Einrichtung wirkt nicht ganz so „nackt“.

 

5. Gemasert und dunkelbraun bis schwarz: Kolonialstil

Dunkle und schwere Holzmöbel zeichnen den Kolonialstil aus. Aus den alten Kolonien stammten seltene Hölzer, oft Tropenhölzer, die kunstvoll verziert, geschnitzt oder interessant gemasert waren. Auch mit Bambusholz funktioniert dieser Stil super. Noch dazu ist Bambus die ökologisch nachhaltigere Wahl.

 

Zu den sehr kantigen Kommoden oder Apothekerschränken dieser Zeit passen englische Ledersofas Das dunkle Holz wirkt sehr edel, aber damit es in Kombination mit den ohnehin sehr schweren Möbeln etwas Leichtigkeit gewinnt, empfehlen sich Rattanmöbel zur Auflockerung. Auch helle Teppiche und leichte Vorhänge aus Leinen sind als Kontrast eine gute Idee.

 

6. Gealtertes Holz: Industrie-Charme

Für Freunde des Industrial-Stils ist Holz eine willkommene Ergänzung zu all dem Eisen. Das Holz darf grob bearbeitet sein und gerne stilvolle Patina haben. Alte Brandzeichen, Astlöcher und Absplitterungen zeugen davon, dass mit diesem Holz wirklich gearbeitet wurde. Oftmals ist das Holz über die Zeit dunkler geworden. Zu schwarzen Eisenbeschlägen und warmen Kupferrohren passt dieses dunkle Braun aber perfekt und wirkt – besonders wenn ihr euch für eher massive Stücke entscheidet – hochwertig. Gut gealtertes Holz steht für echte Qualität, für die Tischler und Holzliebhaber so einiges geben.

 

Echte oder künstliche Patina verleiht Holzmöbeln einen interessanten, rauen Charme.

Holz ist also nicht gleich Holz. Jede Holzart hat seinen eigenen Charakter und je nach Verarbeitung sind schier unzählige Nuancen und Stile denkbar. Holz kann (fast) alles. Der Trick ist, euch inspirieren zu lassen und dann euren eigenen Stil zu kreieren. Viel Spaß dabei!