Shop the Look

Eine Reise nach: Neuengland im Herbst

Erste Anlaufstellen für einen US-Trip sind in den meisten Fällen Metropolen wie New York, Miami oder natürlich das schillernd und zugleich so lässige Leben an der Westküste. Der Nordosten der USA wird jedoch – zu Unrecht wie wir finden – oft außer Acht gelassen. Dabei zeigt sich gerade hier das außergewöhnliche Farbspektakel des Indian Summers in seiner allerschönsten Pracht. Wer im Herbst eine US-Reise plant sollte also unbedingt mindestens eine der 6 Bundesstaaten von Neuengland auf dem Schirm haben.

In unserer Serie „Eine Reise nach … nehmen wir dich heute mit auf einen Roadtrip durch den atemberaubenden Indian Summer in den USA, Neuengland.

 

 

Was ist der Indian Summer?

Der Indian Summer markiert eine länger andauernde Warmwetterperiode im Nordosten der USA, die vor allem durch ein buntes Laubmeer in kräftigen Rot-, Orange- und Gelbtönen geprägt ist. Je nach Wetterlage kann man das Naturschauspiel von Mitte September bis Mitte November beobachten (unbedingt vor Abreise informieren!). Am ehesten lässt sich der Indian Summer hierzulande noch mit dem Goldenen Herbst oder Altweibersommer vergleichen.

Die Wortherkunft ist bis heute nicht eindeutig geklärt. Am verbreitesten ist jedoch die Theorie, wonach die Indianer diese Wetterperiode nutzten, um Nahrung für den Winter zu ernten. Indian Summer soll sich demnach auch auf eine alte indianische Legende beziehen, nach der das Rot der Bäume das Blut eines erlegten Bären symbolisiert.

Am schönsten zeigt sich das Naturschauspiel der USA im Nordosten, genauer gesagt in den 6 Bundesstaaten Neuenglands. Hier sind über 800 Baumarten beheimatet. Komm mit uns auf eine Indian Summer Rundreise entlang der Küsten, Parks, Gebirge und Wälder …

 

Maine, das Land der Kiefern

 

Ich glaub, mich küsst ein Elch!

Wir starten unseren herbstlichen Road Trip in Maine. So viel vorab: Maine wird v. a. Sportler und Abenteurer von sich begeistern. Trecking-Touren durch einen der zahlreichen Parks und Waldgebiete; 160 km lange Wanderwege im Baxter State Park, in dem man auch mal dem ein oder anderen Elch und Bären begegnen kann; Rad oder Kanutouren durch den Acadia National Park – in Maine ist Sportsgeist gefragt! Doch auch mit dem Mietwagen kann man die Schönheit des Indian Summers entlang der Staatsstraße 11 beobachten und mit dem Foto festhalten.

 

 

Vermont, das Land der grünen Berge

Weiter geht’s westlich ins Landesinnere nach Vermont. Hier soll der Indian Summer angeblich am schönsten sein – davon wollen wir uns doch direkt selbst überzeugen. Und tatsächlich, die beeindruckende Hügellandschaft ist zu drei Vierteln mit vielfältigen Laubbäumen bedeckt, die fast zu glühen scheinen. Das liegt sicherlich auch an den stark vertretene Ahornbäumen, deren hoher Zuckergehalt die Baumkronen in ein traumhaftes Rot taucht.

Vermont verdankt seinen Spitznamen – Green Mountain State – ursprünglich seinen französischen Einwanderern, die beeindruckt von der Schönheit die Gegend les verts monts tauften. Wir empfehlen, neben einem Besuch in den urigen Bauernhöfen von Windsor County, eine Heißluftballonfahrt im recht milden Burlington, um die Laubfärbung von oben zu betrachten. Alternativ kann man natürlich auch auf den Mount Mansfield wandern, um schöne Bilder einzufangen. Wem weniger nach Wandern ist, kann Vermont auch mit dem Zug auf der Green Mountain Railroad genießen.

 

In den glasklaren Seen Neuenglands spiegeln sich die wunderschön gefärbten Bäume des Indian Summers

 

New Hampshire, wo sich die Natur im See spiegelt

Wer nach New Hampshire reist, kommt nicht an einem Besuch des White Mountains National Forrest mit seinen unzähligen Wasserfällen vorbei. Für gewöhnlich ist er der Hot Spot aller Wintersportler, doch auch im Herbst ist er ein beliebtes ein Anlaufziel für alle Leaf Peeper, wie die Laubtouristen des Indian Summer manchmal spöttisch genannt werden. Hoch oben auf dem 1.917 m hohen Mount Washington wartet eine traumhafte Aussicht. Außerdem ist New Hampshire für seine knapp 300 glasklaren Seen wie den Sunapee bekannt und beliebt.

 

Massachusetts, das Herz der Unabhängigkeit

Eine Landschaft wie gemalt, oder?

Boston, Massachusetts. In der geschichtsträchtigen Stadt (wir erinnern an die Boston Tea Party) ist noch heute der englische Charme zu erkennen. Nicht nur auf dem Campus der berühmten Cambridge University, sondern auch in den zahlreichen anderen Parks der Stadt färbt der Indian Summer die Landschaft mit kräftigen Herbsttönen. Nach einer Fahrt mit den historischen Freedom Trail geht’s für uns weiter in den Westen Massacussetts: den Berkshire Mountains. Umgeben von einem wahrhaftige bunten Laubmeer kommt man hier aus dem Staunen nicht mehr heraus.

Tipp fürs gute Foto: Im Osten am Ende der Welt (so heißt die Gegend in Hingham wirklich!) kann man an der felsigen Küste Massachusetts auf den wunderschönen Wanderhügeln herrlich spazieren gehen, reiten, die Laubfärbung genießen und einen Schnappschuss der Skyline Bostons machen.

 

Rhode Island, Ocean State

Warum den Indian Summer nicht auch mal von einem Strand oder einer Bucht wie hier am Atlantischen Ozean in Newport ansehen?

Huch, haben wir Rhode Island jetzt verpasst? Mit gerade einmal 3.140 km² ist dies der flächenmäßig kleinste US-Bundesstaat, sodass man bei den sonst großen Weiten des Landes fast vergessen könnte, ihn durchquert zu haben. Allerdings müssen wir zugeben: Klein, aber oho! Rhode Island begeistert v. a. mit vielen Buchten und Stränden – ist allerdings keine Insel, auch wenn der Name dies vermuten könnte.

Tipp fürs gute Foto: Die Region um die Kleinstadt Kingston und der Botanische Garten im Roger Williams Park Zoo.

 

Connecticut, der Ausläufer Neuenglands

Die Litchfield Hills gelten als eine der schönsten Plätze, um den Indian Summer zu genießen

Glücklich, und auch ein bisschen erschöpft kommen wir schließlich an unserer letzten Station an, Connecticut. Jetzt gehen wir aber erstmal eine Runde shoppen, denn zwischen New York und Boston gibt es dazu viele Möglichkeiten – und gegen ein kleines Mitbringsel ist ja nichts einzuwenden, stimmt’s?

Unser Tipp für einen letzten Anblick des Indian Summers: Fahrt in den Westen der Stadt zu den Litchfield Hills, um die Herbstsonne durch das Laub blitzen zu sehen. Ein paar Kilometer entfernt genießt ihr vom Stone Tower aus einen fantastischen Panoramablick über die Landschaft. Gönnt euch auch eine Fahrt mit der urigen Dampfeisenbahn Valley Railroad von Essex nach Chester. Hier hat man einen wunderbaren Blick auf die farbintensiven Naturschönheiten. Den Rückweg kann man dann mit dem Dampfsschiff auf dem Connecticut River bestreiten.

Und wer es noch nicht bemerkt hat: Wandern ist in Neuengland eigentlich Pflicht! So kann man auf dem längsten Wanderweg der Welt, dem spektakulären Appalachian Trail, stolze 3.500 km quer durch Neuengland spazieren. Na, Lust bekommen?