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6 Tipps: Kinderzimmer nach Montessori

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Wusstest du, dass die Hausbetten, die man derzeit auf ungefähr jedem hippen Babyblog sieht, an die sogenannte Montessori-Pädagogik angelehnt sind? Entwickelt von der italienischen Ärztin und Pädagogin Maria Montessori (1870-1952) folgt Montessori dem Leitsatz: „Hilf mir, es selbst zu tun.“

Soll heißen, wir Erwachsenen geben unseren Kindern den Rahmen und die Mittel, die sie benötigen, um mit ihrem Forschungs- und Entwicklungsdrang selbst eigene Fähigkeiten und Interessen zu entwickeln. Dieses Prinzip fördert die Selbstständigkeit eines Kindes ungemein. Ein Kinderzimmer nach Montessori einzurichten ist weder teuer noch aufwendig. Wir zeigen dir die 6 wichtigsten Prinzipien.

 

1. Das Zimmer mit Kinderaugen sehen

Versetze dich in den Blickwinkel deines Kindes: Ist es im Kinderzimmer aus Kinderaugen gemütlich und übersichtlich?

 

Je nach Alter können Kinder ihr Zimmer nur sitzend, krabbelnd oder allgemein aus niedriger Höhe erkennen. Hast du dir bei der Gestaltung des Kinderzimmers schon mal darüber Gedanken gemacht, wie das Ganze eigentlich aus Höhe der Kinder auf einen wirkt? Ist in Krabbelposition wirklich alles erreichbar? Hat ein Kleinkind ausreichend Übersicht über seine verfügbaren Spielsachen? Versetze dich also am besten selbst einmal in die Sichtweise deines Kindes, um besser nachvollziehen zu können, ob das Zimmer aus Kinderaugen gemütlich und praktisch eingerichtet ist.

Im Umkehrschluss bedeutet dies z.B. Bilder tiefer zu hängen, Spielsachen in greifbarer Nähe zu platzieren und Möbel an Körpergröße und Alter anzupassen. In seinem eigenen Reich ist ein Kind idealerweise für nichts zu klein. Im Kleiderschrank ist eine Kleiderstange ratsam. So ist es leichter für dein Kind, sich auf eigene Faust etwas zum Anziehen auszusuchen und auch selbstständig wieder zurückzuhängen. Hosen und T-Shirts sind übrigens in Körbchen für Kids schneller ersichtlich. Ein Tritthocker macht außerdem die Bedienung des Lichtschalters einfacher. Solange also alles in der Reichweite des Kindes platziert ist, kann es – ganz nach Montessori – seine Umgebung ohne Hilfe der Bezugsperson erkunden.

 

Spiegel in Bodennähe an der Wand anzubringen hilft Babys, ihre Mimik und Bewegungen kennenzulernen

 

Montessori-Tipps fürs BabyzimmerFür Babys sind auch Spiegel interessant, da sie hier ihre eigenen Bewegungen beobachten und nachvollziehen können. Bringt man zudem eine Holzstange (ähnlich einer Balletstange) an der Wand an, kann es sich selbst daran hochziehen und so spielerisch das Laufen trainieren.

 

2. Kinderzimmer in Zonen einteilen

In einem Montessori Kinderzimmer ist es wichtig, bestimmte Bereiche optisch wie inhaltlich abzugrenzen. Diese Einteilung erzielst du z.B. mit Wandfarbe, Wandstickern oder Teppichen.

Ruhebereich

Die Ruheecke ist zum Ausruhen, Musik hören und Vorlesen da. Ruhige Farbtöne und eine minimalistische Deko helfen, sich auf sich selbst zu konzentrieren. Beliebt sind hier v.a. Tipis mit Kissen und Kuscheltieren, in die sich die Kleinen zurückziehen können oder Papa beim Vorlesen lauschen können. Apropos Lesen: Stelle deinem Kind eine Auswahl schöner Kinderbücher z.B. auf einer Wandleiste zur Verfügung. Auf diese Weise ist das Buchcover gleich erkennbar. Aber Hauptsache, die Auswahl ist klein gehalten und die Bücher kinderleicht greifbar. Der Schlafbereich befindet sich entsprechend ebenfalls in der ruhigen Zimmerecke.

 

Lesestunde im Kinderzimmer!

 

Spielbereich

Im lebhaften Spielbereich darf es nun farbenfroher dekoriert sein. Ein rutschfester Teppich schützt kleine Wirbelwinde vor Stürzen, in Kisten auf dem Regal liegen Spielsachen parat.

Die Kreativzone und Bastelecke ist zum Experimentieren da. Hier stehen Schreibtisch und Kinderstühle in kindgerechter Höhe (fördert eine gute Haltung!) bereit, als auch Kreativmaterialien wie Stifte, Papier oder was du dir gerade zusammen mit deinem Kind zum Basteln überlegt hast (Arbeiten mit Salzteig oder Bauen mit Naturmaterialien ist beispielsweise im Sinne von Montessori).

 

Eine Kreativ- und Malecke darf in keinem Montessori Kinderzimmer fehlen

 

3. Offene Regale und Körbe

Charakteristisch für Montessori ist die übersichtliche, schnell erkennbare und greifbare Präsentation von Spielsachen, Klamotten und Kreativmaterialien. Im besten Fall stehen Spielsachen sortiert in kleinen, beschrifteten Körben im offenen Regal zur Verfügung. Natürlich nicht in unerreichbarer Höhe, sondern auf niedrigen Regalflächen, sodass Kinder wirklich zu allem freien Zugang haben.

Kisten mit Bildern zeigen direkt den Inhalt, sodass dein Kind mit einem Blick sehen kann, was sich dahinter verbirgt. Auf diese Weise kommt erst gar kein Frust auf, da es schnell findet, wonach es sucht und weiß, wo es später wieder zurückgelegt wird. So lernen Kinder, Ordnung im Montessori Kinderzimmer zu halten.

>>Lese hier 10 Tipps für mehr Ordnung im Kinderzimmer.

 

In Kisten und Körben wird Ordnung gehalten

 

4. Schlafbereich in Bodennähe

Kinder unter 2 Jahren schlafen nach Montessori am besten auf einer fußbodennahen Matratze anstelle eines Gitterbettes. Dies ermöglicht es dem Baby, ohne fremde Hilfe selbst in und aus dem Bett zu krabbeln, sich frei zu bewegen und selbst zu entscheiden, wann es ruhen oder toben möchte. Pluspunkt für Eltern und Kind: Mama und Papa können hier einfacher gemeinsam mit dem Kind kuscheln – und das Kind wird seinem Bedürfnis nach Nähe gerecht.

Ab ca. 2,5 Jahren sind ebenerdige Hausbetten wie unser Hüttenbett Pino ideal, die nun auch mit einem Lattenrost ausgestattet sind, um die Luftzirkulation der Matratze und den Komfort des wachsenden Kinderkörpers zu unterstützen. Da ein Floor Bed aufgrund des Daches nach Belieben dekoriert werden kann, entsteht so aus der Schlafstätte auch gleichzeitig ein Ort der Entspannung. Der Kreativität sind hier keine Grenzen gesetzt: Lichterketten funkeln wie kleine Sterne, ein Vorhang vermittelt Himmelbett-Feeling, ein Kuschelpferd versetzt gedanklich auf den Ponyhof.

 

Dieses Hüttenbett ist an das Floor Bed nach Montessori angelehnt, jedoch für größere Kinder schon etwas höher gelegt.

 

5. Realitätsnahes, unaufgeregtes Design

Nach Montessori sollen realitätsnahe Motive z.B. auch in Büchern dem Kind dabei helfen, seine Umwelt besser begreifen zu können. Abstrakte, grelle Motive an der Wand haben nach Montessori nichts im Kinderzimmer zu suchen. Stattdessen ist das Zimmer überwiegend in ruhigen Farben und Formen gehalten. Ebenso verhält es sich mit Spielzeug, welches meist geschlechtsübergreifend und unaufgeregt gestaltet ist und somit Raum für das wohl wertvollste Gut eines Kindes lässt: seine Fantasie.

Spielzeug-Tipps: Maria Montessori fördert die spielerische Imitation des Alltags. In einem Kaufmannsladen oder einer Kinderküche können die Kleinen wie die Großen einkaufen, kochen und sich fantasievolle Rollenspiele ausdenken. Integriere dein Kind auch zunehmend in deinen Alltag, indem es dich mit dem Kinderbesen beim Fegen unterstützt oder Kartoffeln abwaschen darf etc. Das vermittelt deinem Sprößling auch das Gefühl, gebraucht zu werden! Nach Montessori werden Puzzles unfertig präsentiert. Macht ja auch Sinn, wer hat schon Spaß daran, ein bereits fertiges Puzzle zu lösen?

 

Fördere die Neugierde von Kindern und lass sie ihre Welt soweit es geht aus eigener Kraft erkunden

 

6. Weniger ist mehr

Aus der einen Ecke summt es, in der anderen blinkt es wild und überall im Raum stapeln sich die Spielzeuge. Oft bleiben viele Dinge im Kinderzimmer unbenutzt. Das Kind verliert sogar das Interesse am Ausprobieren. Reizüberflutung und Überforderung durch zu viel Auswahl sind nur einige der Gründe.

Spielsachen nach Montessori sind einfach und verständlich gehalten. Vor allem unbehandeltes Holz und natürliche Farben, Steckspiele und Co. sind empfehlenswert. Sie setzen rein auf kindliche Fantasie, Entdeckungsdrang und Selbstständigkeit. Montessori zielt daher darauf ab, sich auf das Wesentliche zu beschränken und das Kinderzimmer überschaubar und simpel zu gestalten, was Gemütlichkeit natürlich keinesfalls ausschließt. Das hilft Kindern dabei, sich auf eine Sache länger zu konzentrieren und ihr Hab und Gut wertzuschätzen.

 

Auch der Kleiderschrank ist nach Montessori ausgerichtet: Nur gerade benötigte Kleidung ist auf einer Kleiderstange übersichtlich präsentiert und in Kinderhöhe erreichbar

 

Sortiere zunächst im Kinderzimmer aus: Was kann verschenkt/weggeschmissen werden? Was macht vielleicht im späteren Alter etwas mehr Sinn? Wenn du nach und nach neue“ Spielsachen zum Vorschein bringst, kann dein Kind diese viel besser wahrnehmen. Denk auch daran, den Kleiderschrank nach Saison zu sortieren, damit er nicht zu überfüllt ist.

Tipp: Gestalte doch mal Themenwochen, z.B. Ritter, Polizei, Afrika etc. (kann man auch gut an den Kita-Plan anpassen). Macht Spaß und bringt Struktur ins Spielzeugchaos.

 

Spielzeuge sollen nach Montessori soweit wie möglich die Fantasie des Kindes anregen und zum selbstständigen Entdecken einladen

 

Fazit

Montessori ist, was du draus machst! Lasst euch von Montessori inspirieren, wo es zu euch passt und ihr selbst daran Freude findet.