RATGEBER

Klein, aber fein!

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„If you have enough space in the city, you either must be very small or very rich“ („Wenn du in der Stadt genügend Platz hast, bist du entweder ziemlich klein oder ziemlich reich.“) – so oder so ähnlich lautete der Werbeslogan einer der New Yorker Self-Storages, die Lagerräume für Privatpersonen anbieten, deren Sachen nicht in die kleine Wohnung passen. Als ich damals daran vorbei gelaufen bin, musste ich schmunzeln: Die Aussage ist so wahr! Denn in New York gibt es wirklich nur winzige Wohnungen für viel zu viel Geld. Und absolut keinen Platz.

Als Gästebett oder für ganz kleine Wohnungen mit extremen Platzmangel als Wohn- oder Schlafalternative.

Der Platzmangel zieht nun weiter. Mehr und mehr Leute wollen in die großen Städte, die mittendrin aber nur begrenzte Kapazitäten haben. Dabei heißt wenig Raum zur Verfügung zu haben, dass wir uns nur mit den Sachen umgeben können, die wir wirklich brauchen und die uns wichtig sind. Es ist kein Platz für Sachen, die wir heute gut finden und zeigen wollen und morgen wieder verstauen (wo denn?). Platz ist rar und sollte klug genutzt werden. Wir zeigen dir, wie du dir dein Heim platzsparend einrichten kannst, es optisch vergrößerst und vor allem Stauraum schaffst.

1. Zwei Welten in einer: Raumteiler

Um sich auch in einer Ein-Zimmer-Wohnung etwas mehr Privatsphäre – oder zumindest ein Wohnzimmerfeeling – zu schaffen, bietet sich ein Raumteiler hervorragend als Hilfsmittel an. So kann entweder ein großer Paravent oder ein mit Büchern, Vasen und Duftkerzen dekoriertes Regal den Schlafbereich vom Wohnbereich abtrennen.

DIE SCHÖNSTEN RAUMTEILER

2. Clevere Möbel

Bei der Einrichtung von kleinen Zimmern bzw. Wohnungen müssen wir nicht unbedingt auf große Möbel verzichten. Stücke, die viel Raum einnehmen, lassen ihn im Gegenteil manchmal sogar optisch größer wirken. Generell gilt aber, dass größere Möbelstücke wie Sofas, Sessel oder Esstische am Zimmerrand besser aufgehoben sind als mitten im Raum. Kleinere Möbelstücke wie Hocker oder kleine Tischchen können aber auch mittiger im Raum platziert werden.

Wichtig ist, die größeren Möbelstücke am Zimmerrand zu platzieren

Toll sind auch multifunktionale Möbel wie ausfahrbare Sessel und Sofas oder ausziehbare Tische. Sie sparen Platz und bieten ihn ebenso, wenn man ihn mal braucht. Und ein Sofa mit Stauraum unter der Sitzfläche kann abends ganz leicht zum Bett umfunktioniert werden. Ebenso kann auch ein Esstisch ein toller Arbeitsplatz sein!

Wer die Möglichkeit hat, der sollte über integrierte Möbel nachdenken – platzsparender geht es nämlich kaum. Eine Sitzbank kann man zum Beispiel ganz einfach durch eine Platte und ein paar Kissen aus der Heizung zaubern.

Eine Fensterbank bietet Stauraum und ist der optimale Platz zum Lesen und Träumen

Eine Fensterbank könnte durch Polster, Kissen und Decken zur Mümmelecke umfunktioniert werden. Aber auch professionelle, passgenaue Möbel wie Einbauschränke und an der Wand befestigte ausklappbare Tische sind großartige Platzsparer. Die Möglichkeiten sind unbegrenzt und erfordern nur ein wenig Kreativität!

3. Großartige Accessoires

Mit Spiegeln und viel Licht kannst du dein Heim größer wirken lassen. Sie schaffen zusätzliche Tiefe und erzeugen die Illusion, dass Räume weiter sind als in Wirklichkeit. Ein großflächiger Wandspiegel verdoppelt beispielsweise die optische Raumtiefe. Wer also ein kleines Bad oder einen kurzen Flur hat, der kann an der schmalsten Wand solch ein Wunder-Accessoire anbringen.

Eine verspiegelte Küchenfront verdoppelt die Raumgröße optisch!

Auch das Vorhandensein von viel Licht trägt zu einem großzügigen Wohngefühl bei. Da wir an der Fenstersituation selbst nichts ändern können, können wir auf jeden Fall künstliche Lichtquellen einsetzen. Besonders Deckenfluter weiten den Raum, indem sie ihn perfekt ausleuchten.

Wenn viele Fenster vorhanden sind, ist das Problem zumindest tagsüber gelöst. Zur Verschönerung der Fenster kommen dann bis zum Boden reichende Vorhänge zum Einsatz. Die schaffen große Farbflächen, die ebenso den Eindruck optischer Weite vermitteln.

4. Lieber leicht als klobig

Schwere Wohnutensilien brauchen zwar nicht unbedingt mehr Platz, sie sehen aber nach mehr aus. Und das lässt den Raum automatisch kleiner wirken. Wer also statt des Massivholz-Bücherschranks eher auf ein Metall-Regal setzt oder sich anstelle der Chesterfield-Couch lieber ein Sofa mit hohen, sichtbaren Füßen ins Zimmer stellt, der schafft optische Weite.

Selbst wenn es ein schwerer Massivholztisch ist – in Weiß wirkt er gleich viel weniger wuchtig.

Auch transparente Accessoires wie Vasen aus Glas, Esszimmerstühle oder Beistelltische aus Plexiglas sorgen für ein weiteres Sichtfeld.

5. Smarter Stauraum

Stauraum ist überall, ob man ihn wahrnimmt oder nicht. Klassiker wie Bett- oder Sofakästen oder große Kisten, die als Couchtische umfunktioniert werden, bieten unendliche Möglichkeiten, den vorhandenen Platz in der Wohnung zu nutzen. Eine gute Idee ist zum Beispiel, über den Ess- oder Schreibtisch ein langes Tischtuch zu hängen, das bis zum Boden reicht und somit alles verdeckt, was unter dem Tisch verstaut wird. Aufbewahrungsboxen finden so Platz, der sonst größtenteils ungenutzt bliebe.

1. Der Platz unterm Bett perfekt genutzt. 2. Platzsparend und ein echter Hingucker: Fahrrad an der Wand

Mit viel Einfallsreichtum lässt sich also in jedem noch so kleinen Heim wertvoller Extra-Platz schaffen. Oder ihr investiert einfach in ‚clevere‘ Möbel wie Hocker und Couchtische, die bereits genügend Stauraum bieten.

6. Nicht bloß die Wände anstarren

Ja, auch die Wände sind zu etwas zu gebrauchen. Bevor sie nämlich gar nichts tun, kann man auch aus ihnen wertvolle Stauräume machen – ohne sie mit Regalen vollzustellen. Längliche Boards weiter oben an den Wänden eignen sich ideal um Bücher, Vasen, Bilderrahmen oder Kerzen aufzustellen. Direkt an der Wand befestigt nehmen die Boards ab 1,90 m über dem Boden keinen Raum weg und sind zudem echte Hingucker, ohne dass sie sofort auf Augenhöhe sind und das Sichtfeld beschränken.

Ein weit oben angebrachtes Wandboard spendet Platz und stört nicht

Übrigens: Auch mit der richtigen Tapete kannst du deine Räume vergrößern. Grafische Muster an den Wänden können für die Illusion optischer Weite sorgen. Alternativ kannst du auch Strukturtapete verwenden.

7. Farbwelten

Die richtige Farbwahl entscheidet darüber, wie frei oder wie beengt wir uns in kleinen Räumen fühlen. Kleine Zimmer wirken generell mit einer hellen Wandfarbe größer. Dieser Effekt kann durch helle Möbel noch verstärkt werden. Wenn du Farbe einsetzen willst, gilt, dass große Farbflächen ruhiger wirken als kleine. Daher sind einfarbige Textilien bei Möbeln und Accessoires auch besser geeignet als gemusterte.

Weiß in Kombination mit Naturtönen schafft eine freundliche und offene Atmosphäre

Doch auch dunklere Farben können zur optischen Vergrößerung deiner vier Wände eingesetzt werden. Sie erzeugen ein behagliches Ambiente. Eine dunkle Decke lässt den Raum zwar niedriger, dafür aber größer und weiter wirken. Als Abgrenzung zu den Wänden ist eine Stuckleiste eine gute Idee. Die gibt es auch aus Styropor im Baumarkt. Wenn die Leisten in derselben Farbe wie die Decke gestrichen werden, dienen sie somit als kleine Verlängerung, was den Vergrößerungseffekt unterstützt. Wer Räume dagegen nach oben strecken will, der wählt zur helleren Deckenfarbe eine etwas dunklere Wandfarbe.

Die dunkle Wand schafft optische Tiefe und wird als Bücherregal optimal genutzt

Egal für welche Variante du dich entscheidest – wichtig ist, dass sich die Farbnuancen in der Wohnung in einer Farbskala bewegen, damit das Gesamtbild harmonisch und nicht zu bunt und überladen wirkt.