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Nachhaltigkeit beim Möbelkauf

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Nachhaltigkeit – dieser Begriff ist seit einigen Jahren zum allgegenwärtigen Schlagwort geworden, und manchmal auch falsch verstanden. Doch dahinter verbirgt sich ein eindeutiger Trend, der auch in Zukunft immer wichtiger wird: Der Wunsch, einen geringeren ökologischen Fußabdruck zu hinterlassen und ressourcenschonend zu konsumieren. Dieses Thema erstreckt sich über alle Bereiche des täglichen Lebens. Auch bei Wohnen und Möbeln lassen sich da durchaus einige Tipps und Empfehlungen geben. Und genau diese wollen wir dir hier vorstellen.

Nachhaltigkeit – was heißt das eigentlich?

Heute würde gerne alles und jeder nachhaltig sein und schmückt sich mit diesem Begriff. Dabei besagt dieser Begriff ursprünglich nichts weiter als das Prinzip, der Natur in einem gewissen Zeitraum nur so viel zu entnehmen, wie sich in diesem Zeitraum regenerieren kann. Als Bild hilft dafür etwa der überfischte See – wenn in einem Jahr mehr Fische geangelt werden als nachwachsen können (besonders zur Laichzeit), wird die Ausbeute im nächsten Jahr entsprechend magererer ausfallen. Ein “nachhaltiges Wachstum” gibt es hingegen nicht, bei diesem Konzept geht es ja gerade eben darum, die Endlichkeit der Ressourcen zu bedenken.

 

 

Was bedeutet nachhaltige Forstwirtschaft?

Auf unserer Seite ist oft von “Hölzern aus nachhaltiger Forstwirtschaft” die Rede. Das bedeutet, dass die gerodeten Flächen wieder aufgeforstet werden, die Natur nicht durch Monokulturen verarmt und den Bäumen genügend Zeit zum Wachsen gegeben wird. Überwacht wird das von Organisationen wie dem FSC (Forest Stewardship Council), welche ein Prüfsiegel für Holzlieferanten vergeben, die sich der umweltfreundlichen, sozialförderlichen und ökonomisch tragfähigen Bewirtschaftung von Wäldern verschrieben haben. An diesem Siegel (daneben gibt es noch weitere) erkennst du, welches Holz du guten Gewissens kaufen kannst. Natürlich tun auch wir unseren Teil und stellen sicher, dass kein Holz ohne Herkunftsnachweis, insbesondere Tropenholz, in unseren Shop kommt.

 

Grüner leben - mit Naturmaterialien, Zimmerpflanzen und passenden Kissen-Prints

Naturmaterialien bevorzugen

Für ein Wohnen näher an der Natur ist Holz nach wie vor der beste Werkstoff. Es ist ein nachwachsender Rohstoff. Er ist biologisch abbaubar. Bäume binden CO2 aus der Atmosphäre. Und Möbel aus gut verarbeitetem Holz bestehen jeden Langzeittest. Naturmaterialien wie Holz und Leder altern besser als alle synthetischen, sie werden mit der Zeit nur noch schöner und charaktervoller. Zudem lässt sich ein fleckiger oder verkratzter Holztisch einfach abschleifen und neu ölen, schon sieht er wieder aus wie neu – das geht bei laminierten Oberflächen nicht.

Nun muss man noch erwähnen, dass Holzwerkstoffe wie MDF- oder Spanplatte immerhin dadurch ressourcenschonend sind, dass sie nur Reste aus der Holzproduktion verwenden, die anderweitig nicht mehr zu gebrauchen wären. Diese müssen jedoch mit viel Bindemittel, traditionell Formaldehydharz, zusammengehalten werden (welches beständig ausgast), sie sind mit Kunststoff beschichtet und langfristig auch weniger haltbar.

In den letzten Jahren hat die Industrie jedoch einige Fortschritte erzielt: Platten der Güteklasse E1 sind schadstofffrei. Inzwischen gibt es sogar atmungsaktive Holzplatten und auch das Problem der Haltbarkeit wird immer besser gelöst, sodass die Gleichung “Holzwerkstoffplatte = schlecht, Echtholz = gut” zu einfach wäre. Es kommt im Einzelfall immer auf die Faktoren Herkunft, Verarbeitung und Qualität an.

Mehr über Massivholz erfahren

 

Links: Bambusrohre wachsen in die Höhe, rechts: Aus dem Riesengras lassen sich viele schöne Sachen herstellen

 

Nachhaltiges Material: Bambus

Bambus empfiehlt sich als vielseitiger und nachhaltiger Rohstoff. Streng genommen ist Bambus ein schnell wachsendes und verholzendes Süßgras. Weil es sich so schnell wieder regeneriert – eine Bambuspflanze kann in einem Tag bis zu einem Meter wachsen! – hat man hier einen Rohstoff, der reichhaltig verfügbar ist und in Asien auch rege genutzt wird. Weitere Umweltvorteile: Bei der Photosynthese produziert Bambus mehr Sauerstoff als jede andere bekannte Pflanze und bindet auch mehr CO2 aus der Atmosphäre als jeder Baum. Bambuspflanzen sind von Natur aus sehr widerstandsfähig und müssen nicht mit Insektiziden oder Pestiziden behandelt werden. Ihr dichtes Wurzelwerk schützt den Boden vor Erosion.

Noch dazu ist das Material fester als Hartholz und weist sogar eine höhere Zugfestigkeit auf als Stahl, weswegen es in Asien auch viel zum Bauen eingesetzt wird. Bei all diesen Vorteilen erobern Bambusprodukte auch mehr und mehr unsere Gefilde, als ökologische Alternative kommt es schon in Küchenutensilien, Zahnbürsten, Textilien und natürlich auch Möbeln zum Einsatz. Als Minuspunkt in der CO2-Bilanz schlagen sich dagegen die weiten Transportwege über die Kontinente zu Buche.

Jedoch ist zu erwarten, dass Bambus in unserem Alltag eine immer größere Rolle spielen wird. Such einfach in unserem Shop nach “Bambus” – schon jetzt haben wir zahlreiche Bambus-Artikel im Sortiment.

 

Macken, Lackspuren und Schrammen machen jedes Stück aus recyceltem Holz zum charakterstarken Unikat

 

Recycling/Upcycling statt Wegwerfen

Holz und Bambus sind also schon mal gut. Besser jedoch: Wenn das Holz als Baum stehen bleibt. Ein guter Weg, zu vermeiden, dass extra Bäume für die Möbel gefällt werden, ist, Holz zu verwenden, das bereits vorhanden ist. Für einige unserer Möbel, wie zum Beispiel für die populäre Serie Tamati, wird Altholz recycelt und einer neuen Verwendung zugeführt. Und das ist nicht nur aus Umweltgründen gut: Altes Holz mit Gebrauchsspuren hat jede Menge Charakter, das auch in deinem Zuhause für viel Atmosphäre sorgt.

Weiterer Tipp: Wenn du dein Holzmöbel eines Tages doch ersetzen willst, bring es nicht zum Sperrmüll, sondern inseriere es zum Verkauf oder zum Verschenken. Entweder kann ein Handwerker noch etwas mit dem Material anfangen, oder es wird weiter gebraucht und möglicherweise ein Stück Neuware weniger gekauft.

Weniger kaufen, aber dafür auf Qualität setzen

Es stimmt, Möbel aus Massivholz sind erst mal teurer in der Anschaffung. Dafür lohnt es sich jedoch langfristig gesehen. Möbel aus Naturholz halten, wenn’s drauf ankommt, ein Leben lang. Denk nur an die jahrhundertealten handwerklichen Stücke im Antiquariat. Deswegen gilt auch bei Möbeln die Devise: Wer billig kauft, kauft zweimal. Und der nachhaltigste Kauf ist immer der vermiedene. Das mag an dieser Stelle komisch klingen, da wir natürlich auch Niedrigpreisangebote haben. Als Tipp für die, die ein wenig mehr Nachhaltigkeit in ihr Leben bringen wollen, sollte dieser Aspekt jedoch erwähnt werden.

 

Massives Holz sorgt für ein gutes Wohnklima

 

Nachhaltig kaufen: Lokal und regional bevorzugen

Noch ein Faktor: Um die CO2-Bilanz gering zu halten, sollten die Transportwege für deine Möbel und Hölzer möglichst kurz ausfallen. Hier haben einheimische Holzsorten wie Eiche, Esche, Kiefer und Buche die Nase vorn. Besonders schwierig ist die Entscheidung bei Gartenmöbeln: Das langlebige Teakholz hat unbestreitbare Vorzüge für Gartenmöbel, wächst aber nicht in Europa. In dieser Hinsicht ist Akazienholz die beste Wahl für Gartenmöbel. Es kommt in der Regel von der Robinie, welche auch in der nördlichen Hemisphäre heimisch ist, und ist in Sachen Beständigkeit vergleichbar mit Teak und Eukalyptus.

 

 

Zusammenfassung: Möbelkauf und Nachhaltigkeit

Wenn dir auch beim Möbelkauf ein ressourcenschonender Umgang mit der Welt wichtig ist, solltest du auf folgende Dinge achten:

Naturmaterialien wie Holz, Leder und Bambus wählen
 Auf gute Qualität und Langlebigkeit achten
Recycling- und Upcycling-Produkte kaufen
Auf die Holzherkunft achten und Möbel aus zertifiziert nachhaltiger Forstwirtschaft (z.B. FSC-Siegel) kaufen
Einheimische Holzarten bevorzugen
Weiterverwenden statt entsorgen