RATGEBER

Neuer Glanz für vergessene Ecken

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Ihr kennt sie alle, die Nischen voller Nippes und Ecken voller Zeug. Beim Einzug kurz mal nicht aufgepasst und schon sammeln sich in den toten Winkeln der Wohnung Schuhe, ungenutzte Beistelltischchen oder sonstiger Plunder. Aufgeräumt wird selten bis nie.

Dabei ist Platz in den meisten Wohnungen Mangelware. Also nehmt euch die vergessenen Ecken noch mal vor, mistet gründlich aus und erkämpft euch den verlorenen Raum zurück. Auch kleine Nischen, schmale Fensterbänke oder der Platz unter der Treppe haben Beachtung verdient. Hier sind acht Tipps, wie ihr alten Ecken neuen Glanz verleiht.

1. Wände nutzen

Altbauwohnungen haben oft sehr spezielle Grundrisse mit verwinkelten Nischen. Nur wenige Möbel haben die passenden Maße. Regale sind die bessere Lösung. Regalböden gibt es auch in sehr schmalen Varianten, die sich problemlos zuschneiden lassen. Für ein paar Bücher oder Fotorahmen reichen auch sehr geringe Tiefen. Das zaubert Flächen, wo vorher nichts war.

Durch Eckregal lässt sich jeder Winkel ausnutzen

Kunstdrucke und Bilder sind zu großformatig für kleine Ecken. Trotzdem könnt ihr auch kleine Wandabschnitte schnell stilvoll dekorieren. Bildbände eignen sich hervorragend dafür, wenn ihr sie schön präsentiert. Einfach auf schmalen Regalbrettern aufstellen, aufklappen und genießen. Und falls euch das Bild nicht mehr gefällt: einfach umblättern.

2. Bettende nicht gleich Raumende

Die Amerikaner machen es vor: sie platzieren am Ende ihres Bettes Bettbänke für extra Sitz- und Ablagefläche. Du kannst dort Kissen und Decken ablegen, die tagsüber auf deinem Bett liegen oder deine Kleidung für den nächsten Tag bereit legen. Oder dekorativ ein paar Kerzen und Pflanzen aufstellen und so eine schöne Abtrennung zwischen deinem Bett und dem Rest des Raums bilden.

Die rustikale Bank unterstreicht das afrikanische Thema des Schlafzimmers und bietet Platz für Kerzen und Co

3. Arbeitsnischen einrichten

Schmale Schreibtische oder Sekretäre passen in wirklich kleine Ecken. Es sind echte Raumwunder, die euch zwingen, Ordnung zu halten, um den wenigen Platz nicht zu überladen. Massive Tische erinnern außerdem ständig an die ungeliebte Arbeit, während die kleinen Varianten fast verschwinden. So habt ihr nicht nur einen Tisch, sondern auch die tote Ecke gefüllt und nicht zu viel Platz für die Arbeit verschwendet. Wenn ihr den Tisch in die Ecke zwischen zwei Fenster stellt, bekommt ihr sogar von beiden Seiten Licht beim Arbeiten.

Ein kleiner Sekretär passt perfekt in vergessene Ecken, bietet Stauraum und Platz zu Arbeiten

4. Kleider auf den Ständer

Der Stuhl mit einem Berg Klamotten von gestern – wir kenne ihn alle. Ein filigraner Kleiderständer oder eine elegante Garderobe sind die stilvollere Alternative. Ein Kleiderständer mit dekorativen Bügeln macht – aufgeräumt – überall eine gute Figur. Oder passt zum Beispiel auch perfekt in diese Ecke zwischen Schrank und Türrahmen, die immer irgendwie verloren wirkt. Auch eine ausgediente Leiter macht als Kleiderständer etwas her.

5. Der Raum unter der Treppe

Unter der Treppe hausen Monster. Staubmonster. Dabei könnt ihr unter den Stufen viele Ideen umsetzen, die an anderer Stelle keinen Platz mehr gefunden haben. Zum Beispiel Stauraum schaffen für Staubsauger, Wintermäntel oder Sportequipment. Ein einfacher Vorhang reicht, um diese offene Abstellkammer geschickt unter der Treppe zu verbergen.

Auch flache Bücher- oder Weinregale sind hier Trumpf. Am besten beides und an die Treppensteigung stufenartig angepasst. Ein gutes Buch und dazu noch eine Flasche Wein, einfach so im Vorbeigehen …

Praktisch und mondän: ein Weinregal unter der Treppe

6. Ab in die Ecke – zum Lesen!

Mit Buch und Wein verkriecht ihr euch ab jetzt in eure Leseecke: Ein gemütlicher Sessel, ein kleiner Tisch für das Weinglas und je nach Platz eine Steh- oder Wandlampe. Das braucht weniger Platz, als ihr denkt. Und für literarische Kostverächter: Ein Designersessel sieht auch unbesetzt ziemlich schick aus.

Plätze zum Lesen und Faulenzen findet ihr auch auf breiten Fensterbänken oder Erkern. Einfach ein paar Polster oder Kissen drauf und voilà: euer neuer Lieblingsplatz!

Statt Beistelltisch eignet sich auch ein Pouf als Buchablage

Statt der klassischen Leseecke mit Sessel und Lampe kannst du, wenn genügend Platz vorhanden ist, auch einen Hängesessel aufhängen. Dieser ist nicht nur Rückzugs- und Leseort, sondern verleiht dem Raum auch gleich eine träumerische Leichtigkeit.

7. Dekoinseln schaffen

Fensterbänke und Beistelltischchen sind schneller voll mit „Krims“, als man „Krams“ sagen kann. Nutzt die Flächen für frische Dekorationsideen. Arrangiert Vasen, Bilderrahmen oder Bücher auf kleinen Dekoinseln: Eyecatcher in die Mitte, ungerade Zahl an Gegenständen (ist für das Auge ansehnlicher) drum herum arrangieren und verschiedene Höhen und Tiefen kombinieren. Vom Staub- zum Blickfänger!

Statt neben der Treppe Schuhe zu türmen, lieber einen einladenden Eingangsbereich kreieren

8. Grün ist das neue Schwarz

Was Kleines in Grün geht immer. Egal ob Zimmerpflanzen, Kräuter oder kleine Bäumchen: Fast jeder Raum gewinnt mit etwas natürlicher Dekoration. Die Ecke sollte nicht zu dunkel sein, aber auch hierfür gibt es genügsame Pflanzen. Sind sie nicht hoch genug, stellt ihr sie am besten auf ein kleines Tischchen. So füllt ihr die einst toten Ecken mit neuem Leben.
Wofür ihr euch auch immer entscheidet, alles ist besser als eine vergessene Nische. Eine schöne Idee gibt es auch für den kleinsten Winkel. Ihr müsst sie nur finden. Die Ecke ist tot, es lebe die Ecke!

Hier wird jede Ecke genutzt: links eine antike Vitrine, rechts die ausladenden Pflanze