RATGEBER

10 Tipps für Ordnung im Kinderzimmer

“Ordnung ist das halbe Leben!” Diesen Spruch hat als Kind sicher jeder von uns mal gehört – und beschlossen, sich lieber an die andere Hälfte zu halten.

Später als Eltern sieht das dann schon wieder anders aus. Nämlich wenn du versuchst, wenigstens ein bisschen Ordnung im Kinderzimmer zu halten, die lieben Kleinen aber binnen weniger Miuten deine Bemühungen zunichte machen. Tatsächlich ist für Eltern wohl kein Thema so konfliktbeladen wie das Thema Aufräumen. Dabei muss das gar nicht so sein. Wir haben ein paar Tipps für genervte Mütter und Väter zusammengestellt, wie das Ordnungschaffen und -halten leichter von der Hand geht:

1. Bezieh deine Kinder mit ein

Das Aufräumen zu verordnen – speziell in eine vorgegebene Ordnung –, führt nur zu Frustration auf beiden Seiten. Kinder wollen mitgestalten, selbst bestimmen und Selbstwirksamkeit erfahren. Deswegen lass dich auf ihre Ideen ein, entwickle sie mit ihnen zusammen weiter und unterstütze sie dabei. So lernen deine Kinder nebenbei wichtige soziale Fähigkeiten wie Aushandeln, Kompromisse finden und Kooperation. Gib ihnen einfache Aufgaben, für die sie selbst verantwortlich sind und verschaffe ihnen ein Erfolgserlebnis, wenn sie sie abgeschlossen haben, indem du sie kräftig lobst.

2. Aufräumen zum Ritual machen

Statt langwierige Groß-Aufräumaktionen zu veranstalten (während denen Kinder meist schnell die Geduld verlieren und abgelenkt werden), ist es besser, beispielsweise jeden Abend vor dem Schlafengehen eine gewisse Grundordnung herzustellen. Wenn ihr das ebenso ritualisiert wie das Zähneputzen oder das Vorlesen, gewöhnt sich dein Kind daran, dass Ordnung im Kinderzimmer zu schaffen mit zum Alltag gehört.

 

Kindgerechte Möbel helfen der Ordnung im Kinderzimmer auf die Sprünge

3. Kindergerechtes Ordnungssystem schaffen

Wenn das Kind seine Sachen selbst aufräumen soll, muss es natürlich gut an alle Regale, Truhen und Schrankfächer herankommen. Deswegen sind niedrige Möbel wie Sitztruhen mit Stauraum, Highboards oder kindgerecht designte Schränke im Kinderzimmer so wichtig. In unerreichbare Höhen sollten nur selten gebrauchte Dinge, rationierte Süßigkeiten oder Kleider kommen. Organisiere die Sachen so, dass man ihre Logik einfach nachvollziehen kann: Hier alle Stofftiere, dort die Autos, und die Bücher kommen ins Regal. Auch hier ist es am effektivsten, dich mit den Sprösslingen auf ein System zu einigen.

4. Kisten, Kisten, Kisten!

Dein bester Freund im Spielzimmer werden alle möglichen Behältnisse wie Boxen, Körbe oder Kartons sein. Schließlich sind Spielzeuge oft kleinteilig (Bausteine) oder sind alle eine Kategorie für sich. Statt all die Puppen, Figuren, Zeitschriften-Gadgets und Verkleidungssachen einzeln in die Regale zu packen, wo sie Staub ansammeln, verstaue sie in Boxen, wo sie aus dem Blickfeld verschwinden. Versuche sie grob zu sortieren (z.B. Kreativmaterial, Tierfiguren, Fahrzeuge …) – mindestens eine Box mit “Sonstigem” wird sicher übrig bleiben.

Tipp: Um die Identifikation mit dem Ordnungssystem zu erhöhen, dürfen die Kleinen die Kisten beschriften bzw. Schilder dafür malen.

 

Boxen, Kisten und andere Behältnisse sind dein Hilfsmittel, um dem Spielzeug-Wust Herr zu werden

5. Versuche, die Anreize zu reduzieren

Kinder funktionieren sehr unmittelbar: Sie sehen etwas und wollen es haben. Ein Spielzimmer, in dem ein Spielzeug neben dem anderen dasteht und zum Spielen auffordert, kann deswegen auch wie Reizüberflutung wirken. Wer Kindern beim Spielen zusieht, wird sehen, dass sie gar nicht viel brauchen, um sich eigene Welten zu erschaffen. Die Konsequenz: Lieber Dinge in Kisten packen (s.o.) und nur wenige Spielsachen offen herumliegen lassen. Um Abwechslung zu schaffen, kannst du ja öfter mal die offen sichtbaren Spielsachen austauschen.

6. Multifunktionsmöbel schaffen Platz

Kinder haben meist das kleinste Zimmer in der Wohnung oder im Haus. Umso wichtiger ist es, den vorhandenen Raum optimal zu nutzen. Kinderbetten mit Regalen oder Bettkästen erfüllen diese Funktion. Grundsätzlich ist es immer gut, viele geschlossene Stauraummöglichkeiten zu haben, wegen Staub und um die Anreize (s.o.) im Rahmen zu halten. Betten mit Regalen halten Nachtlicht, Wasserglas und die aktuellen Lieblingsbücher praktisch griffbereit. Hochbetten lassen viel Spielfläche und können selbst ins Spiel einbezogen werden, etwa als Ritterburg, die es zu erstürmen gilt.

 

Kindermöbel müssen von der Größe passen und wenn sie auch noch Spaß machen - um so besser

7. Ordnung im Kinderzimmer mit Spaß verbinden

Damit das Aufräumen nicht nur als lästige Pflicht erscheint, gestalte es spielerisch: Mach ein Hörspiel an, oder schwungvolle Gute-Laune-Musik. Verbinde das Zusammenräumen mit einem Spiel oder einem spielerischen Wettkampf (den dein Kind natürlich gewinnt).

8. Regelmäßig ausmisten

Nicht nur aus den Kleidern wachsen die Kleinen schneller raus, als man gucken kann, auch ihre Interessen ändern und entwickeln sich. Deswegen solltet ihr ab und zu (zum Beispiel an verregneten Sonntagen) die Spielekisten durchgehen und großzügig alte Spielsachen aussortieren. Die Kinder sollen sich dabei am besten nicht entscheiden, wovon sie sich trennen wollen, sondern welche sie behalten möchten, damit der mentale Fokus nicht auf den Abschied gelegt wird, sondern auf die Dinge, die ihnen besonders am Herzen liegen. Die aussortierten Dinge, die noch gut sind, könnt ihr für den Flohmarkt zurücklegen oder für wohltätige Zwecke spenden (Flüchtlingshilfe, Diakonien, Tafeln …). Zu wissen, dass sich andere Kinder über die aussortierten Sachen freuen, motiviert Kinder meist noch zusätzlich und macht sie stolz.

 

Die Arbeit ist getan - jetzt können sich die Kleinen in ihrer Spielecke ausruhen

9. Ansprüche altersgerecht stellen

Kleine Kinder haben noch keinen Sinn für Ordnung, sie müssen sie erst erlernen. Hier ist es sinnvoll, ihnen eine gewisse Organisiertheit in Form von wiederkehrenden Ritualen im Alltag vorzuleben. Die Kinder dürfen Mama und Papa helfen, die Spielsachen zu verstauen. Hier brauchen Eltern gerade am Anfang ein wenig Nachsicht und Toleranz. Umso wichtiger ist es, die Kinder von klein auf ans Wegräumen zu gewöhnen und ihnen auch Verantwortung zu übertragen.

Von größeren Kindern ab sechs kann man durchaus verlangen, dass sie eigenverantwortlich aufräumen – hier braucht es jedoch auch ein wenig Toleranz und Kompromissbereitschaft, wenn sie ihre eigenen Vorstellungen über das “Wie” haben. Wichtig ist, Kinder als eigenständige Wesen zu begreifen. Am Ende ist alles Aushandlungssache.

Kinder in der Pubertät verlieren öfter mal das Interesse an einem aufgeräumten Zimmer und lehnen sich buchstäblich gegen die elterliche Ordnung auf. Hier sind Konflikte vorprogrammiert. Sinnvoll ist es, sich gemeinsam auf Mindeststandards zu einigen (z.B. den Weg zur Zimmertür frei halten, Putzplan für Gemeinschaftsräume aufstellen).

10. Auch mal Fünfe gerade sein lassen

Zu hohe Ansprüche an die Ordnung im eigenen Zuhause können frustrierend wirken – in der Realität sieht es nun mal oft so aus, wie es mit Kindern aussieht. Wenn du deinen Freitagabend also nicht damit verbringen willst, die ausgekippten Fädelperlen im Wohnzimmer wieder einzusammeln, dann lass es sein. Tanke Kraft bei einem Filmabend, und dann kannst du das am nächsten Tag gemeinsam mit dem Kind angehen. Ordnung ist schließlich nur das halbe Leben.

 

Spielzeuge und mehr sind schnell in einem Schubkasten untergebracht und unterm Bett verschwunden