RATGEBER

Der Teppich aus dem Morgenland

 

Für uns sind Teppiche textile Accessoires, die unsere Fußböden verschönern und den Look unserer Räume komplettieren. Aber nicht nur das, zusätzlich wärmen sie auch noch unsere Füße, was gerade während der kalten Wintermonate ein praktischer Nebeneffekt ist. Apropos Kälte – da es momentan eher frostig kalt, nass und grau ist, träumen wir mit Orientteppichen vom warmen Morgenland. Orientteppiche erleben gerade ihr Comeback – in Szenecafes und im Wohnzimmer verleihen sie eine geschmackvolle Note des fernen Orientes. Der Orient kommt aus dem Lateinischen und bedeutet so viel wie “aufgehende Sonne” – also holen wir uns ein bisschen Wärme für Herz und Seele in die eigenen vier Wände. Wir lieben die orientalischen, verspielten Teppiche und möchten dich heute auf eine kleine Reise in ferne Länder und Webtechniken mitnehmen….

 

 

Kleine Reise in ferne Länder

Kommen Orientteppiche wirklich aus dem Orient? Ja, Orientteppiche tragen sogar meist den Namen ihres Herstellungsortes. Vor über 10.000 Jahren stellten Nomadenvölker aus den fernöstlichen Ländern Türkei, Iran, China und Afghanistan die ersten handgeknüpften Teppiche und handgewebten Kelims her. Die ältesten Teppiche wurden recht einfach aus Schafswolle zu einem Filzteppich verarbeitet.

Als Familientradition werden jeweils eigene Muster entworfen, die dann in die nachfolgenden Generationen weitervererbt werden. Somit sind Orientteppiche der wichtigste Besitz einer Familie in den Ländern des Nahen und Mittleren Ostens, die zudem die orientalische Lebensweise, Kultur und Tradition einer Familie ausdrücken. In den darauf folgenden Jahren wurden die spezifischen Muster nach und nach von Manufakturen in Indien, Pakistan und Nepal nachgeahmt.

 

 

Material, Muster, Farbe

Orientteppiche unterscheiden sich in Form und Aussehen. Beim Material kannst du zwischen hochwertiger Seide, weicher Wolle oder grobem Ziegenhaar wählen. Zudem unterscheiden sie sich in der Höhe des Flors, der über die Flauschigkeit entscheidet: Dichter, hoher Flor ist zwar angenehm kuschelig, eignet sich jedoch nicht für die Verwendung als viel genutzter Teppich an stark beanspruchten Stellen. Möchtest du deinen Teppich also zum Beispiel lieber vor die Couch legen, empfehlen wir dünn gewebte Teppiche. Außerdem spielt auch die Dichte des Flors eine Rolle. Je dichter, umso trittelastischer der Auftritt.

Wusstest du, dass es schon Orientteppiche in der Größe eines Papiertaschentuchs gibt? Diese werden gerne als Gastgeschenk mitgebracht. Allerdings existiert auch das Gegenteil, nämlich bis zu 1000m² große Teppiche, die ganze Paläste zieren. Für den einfachen Hausgebrauch reicht dann aber auch eine gewöhnliche Größe.

 

 

Zu welchem Stil passen Orientteppiche?

Obgleich mit Orientteppichen meist zunächst klassische, gar glamouröse Wohnstile assoziiert werden, kann ihr Vintage-Charakter auch in modernen Einrichtungen begeistern. Die außergewöhnlichen Ornamente fügen einer schlichten, hellen Einrichtung Dynamik und Wärme hinzu. Mit dem Boho Stil harmonieren Orientteppiche natürlich optimal und lassen 1001 Nacht entstehen. Marrokanische Poufs, Rattanmöbel und golde, kupferne Tabletts oder Windlichter sind deine perfekten Stilpartner.

 

 

Herstellungsverfahren: Knüpftechnik und Webtechnik

Der klassische Orientteppich wird im Rahmen einer raffinierten Knüpfkunst aus dem zentralasiatischen Raum auf einem senkrechten Rahmen handgeknüpft und zeichnet sich durch eine hohe Stabilität und Belastbarkeit aus. Je dichter die Knoten pro Fläche sind, desto aufwendiger, aber auch wertvoller der Teppich. Der jeweilige Wert ist abhängig von Alter, Herkunft, Material, Machart und Seltenheit.

Eine weitere Alternative sind Webteppiche. Ursprünglich wurden sie von Nomadenstämmen aus Wolle auf horizontalem Rahmen hergestellt. Heute werden sehr feine Teppiche auch aus Seide produziert.

 

 

Kelim

Kelims (türkisch für ‘Teppich’) sind flach gewebte Teppiche von höherer Qualität, die aus dem Iran, Afghanistan und dem Kaukasus stammen. Typisch für Kelims sind ein festes Gewebe, sowie eine identische Vorder- und Rückseite, weshalb sie auch beidseitig nutzbar sind. Kelims finden daher zusätzliche Verwendung als Sitzmatte, Satteldecke oder Wandschmuck.

Traditionelle Herstellung: Die hauseigenen Schafe liefern die Wolle, die mit Pflanzen und Mineralien eingefärbt wird – ein 100%iges Naturprodukt! Den Kelim zieren nur einfache Muster, die sich durch einen Schussfaden an beiden Seiten bilden.

Vorteile: Ein Kelim ist schmutzunempfindlich, vor allem die glatte Oberfläche verhindert Schmutzablagerungen. Eine lange Haltbarkeit und die beidseitige Verwendung sprechen für sich. Der Teppich lässt sich einfach mit dem Staubsauger reinigen oder ausschütteln.

 

 

Gabbeh

Gabbeh Teppiche sind hochflorige Knüpfeppiche, die sich durch leuchtende Farben und geometrisch-abstrakte Muster sowie gezeichnete Tier- und Blumenmotive auszeichnen. Sie werden von südpersichen Nomadenvölkern aus grober, dicker Schafs- oder Ziegenwolle hergestellt. Besonders die warmen, kräftigen Farben verhelfen einem Raum zu einem einladenden, beruhigenden Ambiente. Vorteile: Die verwendete Wolle macht die Teppiche besonders robust und verleiht ihnen ein rustikales Aussehen. Echte persische Gabbehs und deren Feinknüpfung sind Ausdruck für ein Lebensgefühl.