LIFESTYLE

Trend Alert: Der 70s Retro-Chic

 

Sie sind wieder dran, die wilden Siebziger. Auf dem sich ständig drehenden Karussell der Retro-Wellen erlebt ausgerechnet eine Epoche seine Wiederauferstehung, die nicht unbedingt für zeitlose Eleganz und modische Höhepunkte bekannt war. Und es war wirklich eine wilde Zeit damals, die mit der Euphorie aus dem Jahr 1969 begann, als Neil Armstrong als erster Mensch den Mond betrat und etwa eine halbe Million Menschen auf einem Acker bei Woodstock drei Tage lang das vielleicht größte Festival aller Zeiten feierten.

 

Heute bleiben vor allem Hippies und Disco in Erinnerung, orangefarbene Tapeten und extravagante Muster. Doch die Designer interpretieren das Jahrzehnt aktuell sehr gekonnt. Nicht nur die Fashionwelt, auch die neuesten Möbelkreationen im Stil der Siebziger sind daher so heiß begehrt wie zu damaliger Zeit Schlaghosen und Hotpants.

 

Freie Liebe, Flower Power und Patchwork: Der Hippie-Look

Die Flower-Power-Bewegung in den USA wurde Ende der Sechziger zum Massenphänomen und trat unter anderem für Ideale wie Weltfrieden, freie Liebe und fernöstliche Philosophie ein. Die Auswirkungen der sogenannten Blumenkinder spürte man bis tief in die Siebziger.

Naturnah und ökologisch nachhaltig waren Stichworte der Bewegung und ihre Kleidung gerne selbstgestrickt. Auch Patchwork und Muster inspiriert von fernöstlichen Traditionen waren Trend.

 

Bei der Einrichtung könnt ihr euch also richtig austoben: Die recycelte Kommode vom Flohmarkt arrangiert ihr zum Beispiel auf einem persischen Teppich mit Paisley-Muster und die Patchwork-Tagesdecke bringt etwas Do-It-Yourself-Charme in den Raum. Wahlweise könnt ihr die Einrichtung in gedeckten Erdfarben halten oder mit leuchtenden Rot-, Pink- oder Blautönen spielen. Also ein bunter Strauß an Farben, mit dem ihr das Blumenkind in euch weckt.

 

 

Pop-Kultur, Massenkonsum und Schlaghosen: Siegeszug des Populären

Andy Warhol ließ mit seiner Pop Art die Grenzen zwischen Kunst und Konsum verschwimmen. Die Siebziger führten diesen Weg konsequent weiter und nutzten die neuen Kunststoffe für ihre Designs: geschwungene Formen, Wabenmuster und die Lavalampe, eines der Symbole der 70er schlechthin. Auch die Plastikstühle in der bezeichnenden Eierschalenform oder die bekannte Bogenlampe mit ihrem Standfuß aus Marmor haben einen hohen Wiedererkennungswert.

 

Stilisierte Baumlandschaft als Tapete

Mit knalligem Orange, aber auch mit Braun, Senfgelb und Grün seid ihr auf dem richtigen Weg, wenn ihr dem Stil treu bleiben wollt. Eine Tapete in diesen Farben und mit einem der prägnanten Mustern der Zeit, und euer Zimmer – vielleicht reicht eine einzelne Wand, bevor ihr das ganze Zimmer neu tapeziert – erscheint wie aus der Zeit gefallen. Manchmal tut es allerdings schon ein kleines Highlight. Eine Nachttischlampe mit einem Schirm aus markantem Orange oder eine Bettdecke mit charakteristischem Retro-Muster lösen sofort nostalgische Assoziationen aus. Und mehr als das braucht es ja manchmal gar nicht …

 

Lange Haare, Parkas und Recycling: Die Gegenbewegung

Natürlich gab es auch in den Siebzigern eine deutliche Gegenbewegung zum eher unkritischen Pop. Als Kritik auf den Massenkonsum und die aufkommende Wegwerfgesellschaft wurden Recyclingmöbel salonfähig. In der Nachfolge der Studentenbewegung trugen viele Männer lange Haare, Koteletten und alte Militärparkas als Zeichen einer linken Alternative.

 

Retro-modernes Wohnzimmer mit Paletten als Couchtisch

Recyclingmöbel sind darum auch immer ein Designzitat der siebziger Jahre. Die aktuell trendigen Palettenmöbel sind nämlich keinesfalls eine Erfindung der Neuzeit. Wenig glamourös, dafür nachhaltig. Im Sinne der Praktikabilität waren auch massive Schrankwände bis zur Decke, Sideboards aus schwerer Eiche und funktionale Media-Möbel für die unerlässliche Stereoanlage sehr viel weiter verbreitet als bunte Pop-Art-Möbel und futuristische Sitzlandschaften.

Vielleicht findet ihr ja noch ein paar alte Einrichtungsgegenstände auf Dachböden oder in Kellern vergraben, die ihr wieder hervorholen und aufpolieren könnt. Durch die Kombination von echten Vintage-Möbel zu Retro-Leuchten schließt den Kreis rund 40 Jahre später und Altes erscheint wie neu.

 

Disco, Glitzer und Haartolle: Der neue Glam Rock

Ab Mitte der Siebziger wurde eine neue Musikbewegung für viele Jahre prägend: Disco. Boney M., das Studio 54 und nicht zuletzt John Travolta mit Haartolle und Schlaghosen in dem Film Saturday Night Fever formten Modedesign und Gesellschaft.

In der Einrichtung könnt ihr diesen Stil mit viel Glitzer und Glamour ins Hier und Jetzt holen. Mit Discokugeln und großen Hollywood-Spiegeln mit Kopfspiegellampen setzt ihr die späten Siebziger richtig in Szene. Ihr könnt auch mit Pailletten arbeiten, zum Beispiel als Vorhang oder als dekorativer Wandschmuck. Schmuckdosen sind so verziert ebenfalls eine schöne Alternative.

 

Überhaupt eignen sich Gold und Silber gut zur Dekoration, die besonders auf einer Kommode aus schwarzem Klavierlack gut zur Geltung kommt. Hier darf es gerne extravagant und ausgefallen sein. Bescheidenheit wäre fehl am Platz – Glamour ist das Stichwort!

 

Grün, grün, grün... Neben Orange war Grün eine Trendfarbe der 70er. Hier in edler Kombination mit Gold und glänzenden Oberflächen.

Wie jedes Jahrzehnt waren auch die 1970er politisch und gesellschaftlich ebenso komplex wie unsere heutige Zeit. Trotzdem haben sich einige ikonische Stilmittel herausgebildet, die man sofort dieser Zeit zuordnen kann. Mit ihnen könnt ihr euer Zuhause im Handumdrehen in eine Zeitmaschine verwandeln, die euch direkt zurückbringt in die wilden Siebziger.