RATGEBER

Richtig eingerahmt: So setzt du deine Wand in Szene

Bei der Recherche für diesen Artikel habe ich herausgefunden, dass das grauenhafte Eiffelturm-Bilder-Trio über meinem Bett ein Triptychon ist.

Das klingt schonmal besser, als das pixelige Ungetüm aussieht – bedeutet aber lediglich, dass es sich um drei Einzelbilder handelt, die zusammen ein Gesamtbild ergeben. Womit wir mittendrin wären in den schönsten Arten, Bilder aufzuhängen.

Für die perfekte Symmetrie am besten eine Wasserwaage besorgen

Ein besonders wichtiger Tipp vorweg: Man sollte jede Bild-Zusammenstellung vor dem Anbringen zuerst auf dem Fußboden ausprobieren. Denn Bohrlöcher sind nun wirklich nicht besonders dekorativ.

Der Solist

Ein Solist teilt seine Bühne nur ungern. Schließlich will er die ungeteilte Aufmerksamkeit seiner Zuschauer genießen. Gönne einem besonders schönen Bild deshalb einen besonderen Rahmen und besonders viel Platz. So wird es zum absoluten Highlight und gibt jedem Raum in Sachen Design eine Zugabe.

living4media_11288246_LayoutSchaffe einen gezielten Fokus mit der Solisten-Hängung

Die Petersburger Hängung

Früher demonstrierten die Bürger aus St. Petersburg mit dieser Anordnung ihren Reichtum. Du kannst damit deinen guten Geschmack demonstrieren. Denn das organisierte Chaos ist am Ende eine wahre Augenweide. Bildachsen darfst du dabei getrost ignorieren. Allerdings sollten alle Bilder dasselbe Format und die gleichen Rahmen und Passepartouts haben. Besonders schön: thematisch zusammenpassende Bilder.

living4media_11239639_HiRes[1]Das perfekt arrangierte Chaos: die Petersburger Hängung

Die Kantenhängung

Diese Hängung würde dir deine Wasserwaage empfehlen. Denn die brauchst du dazu auf jeden Fall. Hierbei werden alle Bilder an einer Mittellinie ausgerichtet. Immer mit demselben Abstand. Als spannende Variante könntest du die Bilder auch an einer vertikalen Linie ausrichten. Du magst es noch ausgefallener? Dann nutze eine Ecke als Mittellinie und arrangiere die Bilder an zwei verschiedenen Wänden.

living4media_11325275_XXL[1]Mit der Kantenhängung schaffst du einen linearen Look

Die Reihenhängung

Besonders schön wirkt diese Hängung, wenn alle Bilder dieselbe Größe haben. Sollte dies nicht der Fall sein, kannst du die Werke an der gedachten Mittelachse ausrichten. Oder du entscheidest dich doch für eine elegante Kantenhängung.

living4media_11078281_HiRes[1]Wichtig für die Reihenhängung: Alle Bilder sollten dieselbe Größe haben

Die Rasterhängung

Im Kunstunterricht habe ich gelernt, dass waagerechte und senkrechte Linien Ruhe ausstrahlen. Wenn du also mit einem Bildarrangement dem Stress des Alltags entfliehen möchtest, solltest du dich für die Rasterhängung entscheiden. Hier werden alle Bilder streng geometrisch angeordnet und müssen gleich groß sein. Noch mehr Ruhe erreichst du, wenn alle Bilder schwarz-weiß sind. Vielleicht ja auch ein Geheimtipp für das Kinderzimmer?

living4media_11042017_LayoutRuhe durch waage- und senkrechte Linien der Rasterhängung

Inside the Lines

Auf den ersten Blick gibt es hierbei gar nichts zu beachten. Bilder, Formate, Rahmen, Abstände … alles scheint völlig wahllos zusammengewürfelt zu sein. Doch das stimmt so nicht. Denn das Arrangement folgt ebenfalls einem Rahmen: Alle Bilder werden innerhalb einer geometrischen Form platziert. Ob Kreis, Quadrat oder Rechteck, die Wahl ist ganz dir überlassen. Damit die Anordnung gelingt, solltest du die gewählte Form vorher mit Tapezier-Krepp an die Wand bringen.

living4media_11239780_HiRes[1]Das Bilderarrangement im Kreis ist alles andere als wahllos zusammengewürfelt

Alles symmetrisch

Wikipedia sagt, Symmetrie ist die Eigenschaft eines Objektes, durch Umwandlungen auf sich selbst abgebildet werden zu können. Ich sage: Symmetrie ist eine besonders harmonische Art, Bilder anzuordnen. Man braucht mindestens zwei Bilder, die eine identische Größe haben, und ein drittes, das auf deren Spiegelachse angeordnet wird. Keine Ahnung, wie Wikipedia das Ergebnis nennen würde, ich sage dazu schlichtweg: schön.

Richtig_eingerahmt[1]Die symmetrische Aufhängung schafft Ruhe: perfekt fürs Schlafzimmer

Auf Bilderleisten

Im Leben ist es ja meist so: Je mehr Auswahlmöglichkeiten man hat, desto schwieriger ist es, sich festzulegen. Mit einer Bilderleiste musst du das erst gar nicht. Stelle deine Bilder und Kunstwerke nach Belieben auf und arrangiere die Werke jederzeit neu. Praktischerweise passen auch kleine Erinnerungsstücke und Souvenirs auf die Leiste und ergänzen so das Gesamtbild. Im Grunde die perfekte Lösung für alle, die ein bewegtes Leben führen und das auch gern zeigen.

living4media_00705229_Layout[1]Mal etwas anderes: Bei der Bilderleiste setzen wir unsere Werke auf einem Regal oder einem Board in Szene

Die Collage

Hach ja, erinnerst du dich noch an die Zeit, als man den Traumboy aus der Jugendzeitschrift ausgeschnitten hat, um eine wunderschöne Traumboy-Collage zu basteln? Was du damals geliebt hast, wird dir auch heute noch Spaß machen. Allerdings hast du bei der Wahl des Motivs hoffentlich einen besseren Geschmack. Alles ist erlaubt: Konzertkarten, Fotofix-Bilder, Postkarten, Poster, Lieblingsshirt. Klebe, tacker oder nähe alles zusammen und erstelle so ein ganz persönliches Gesamtkunstwerk. Das kannst du dann anschließend mit einem besonders schönen Rahmen als Solist zur Geltung bringen.

testcoverimageOb gerahmt oder nicht, bei der Collage ist alles erlaubt