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Samt & Beton – ein verblüffend gutes Pärchen

Samt und Beton, das sind – wie fast alle ungleichen Paare –  zwei, die sich gegenseitig gut tun. Mit Samt ist Beton keinesfalls eine graue Maus. Und umgekehrt ist Samt mit Beton keinesfalls ein kitschiges Königsstöffchen. Diese Saison haben Interior-Stylisten die interessante Spannung zwischen beiden Materialien erkannt, sie einander vorgestellt und harten Beton und weichen Samt so zu einem neuen Traumpaar vermählt. Das Ergebnis: eine erstaunliche Harmonie. Wie die Trend-Zusammenführung auch bei dir gelingt und was beide Materialien zusammen so einzigartig macht, erfahrt ihr hier.

Da Samt schon länger seinen Trend-Faktor genießt (lest hier mehr zu unserem anschmiegsamen Favoriten), erklären wir euch zunächst den lässigen Beton-Style.

Inhalt:
Beton-Style – Wer hat’s erfunden?
Beton – vielseitiger Interior-Trend
Wie Beton einsetzen?
Welche Stile harmonieren mit Beton?
Tipp für DIY-Projekte
Wie Samt mit Beton kombinieren?
Warum Samt und Beton?

Polstermöbel mit Samtbezug harmonieren mit Beistelltischen im Beton-Style

Beton-Style – Wer hat’s erfunden?

Viele Wege führen bekanntlich nach Rom, so auch der Vorläufer des stabilen Baustoffes Beton, der erstmals von den Baumeistern im alten Rom als “opus caementitium” den Naturgewalten standhalten sollte und damit dem Bau des berühmten Pantheon im 2.Jh. n.Chr. diente.

Als Sichtbeton, also unverputzter Beton, der nicht nur als Boden oder Stütze für Bauwerke wirkt, sondern auch absichtlich die Außenfassade von Gebäuden schmückt, kam er erstmals Anfang des 20. Jahrhunderts u.a. beim Bau der Ulmer Pauluskirche zur Verwendung. Zwischen den 50er und 80er Jahren veränderten Beton-Bauten viele Stadtbilder. Schuld daran sind Architektur-Größen wie Walter Gropius, Fritz Wotruba oder Le Corbusier, der den so genannten Brutalismus (unverputzter Sichtbeton als Bauart) als Architekturstil der Moderne mit einführte. Gerade Le Corbusier versuchte, mit klassischen Plattenbauten wie dem Corbusierhaus in Berlin den Wohnungsmangel nach dem Zweiten Weltkrieg zu lindern.

Der ursprünglichen Mischung aus Zement, Gestein und Wasser werden heute je nach Anforderung verschiedene Zusatzstoffe hinzugemischt.

 

v.l.n.r.: Pantheon in Rom 2.Jh.n.Chr., Corbusierhaus in Berlin von Le Corbusier 47 bis 65, die römisch-katholische Wotrubakirche aus Betonblöcken in Wien 74 bis 76 Fritz Wotruba und Fritz Gerhard Mayr und Union Investment 1977 erbaut (Quelle: v.l.n.r. Roberta Dragan, Manfred Brückels, Thomas Ledl, Dietmar Giljohann)

 

Der Brutalismus spaltet die Gemüter, ist sowohl der meist gehasste als auch aktuell das heiß diskutierteste Thema. Viele Architekturfans fordern einen Denkmalschutz für die wieder hip gewordenen Betonklötze, von denen man meinen könnte, sie seien geradezu dafür gebaut worden, ausdrucksstarkes Fotomotiv auf tumblr, Instagram und Co. zu sein. Ob man ihn liebt oder hasst, bleibt jedem selbst überlassen. Wir holen Beton lieber nach drinnen und lassen ihn in Form von Vasen, Blumentöpfen bis hin zu coolen Möbeln in unser Zuhause einziehen.

Deswegen ist Beton momentan ein so vielseitiger Interior-Trend

Wie hat es Beton nun von der kalten Hausfassade in unsere Wohnzimmer geschafft? Und das auch noch alles andere als eintönig und kalt zu wirken? Das Steingemisch hat so viele tolle Eigenschaften: Es ist verhältnismäßig unempfindlich, langlebig und zeigt sich nun von seiner vielseitigen Seite. Ob glatt, strukturiert, farbig oder pur – in verschiedenen Formen, Farbanstrichen und Oberflächen erlangt Beton ein modernes Update in Form ästhetisch ansprechender Möbel oder Accessoires.

Auch im Badezimmer eignen sich Beton-Oberflächen, da er durch eine spezielle Versiegelung wasserabweisend ist

Während Betonmöbel wie Arbeitsplatten oder Couchtische in kubisch-klaren Formen daherkommen, betont das charaktervolle Material wohl gerade aufgrund des Kontrastes die Wärme von Accessoires wie Lampen. Praktischer Bonus: Beton ist pflegeleicht und unkompliziert.

Wie Beton einsetzen?

Weniger ist mehr! Zu viele Accessoires und Möbel aus Beton können einen Raum zu wuchtig wirken lassen. Ganz davon abgesehen, dass Beton schon aufgrund seines Gewichts ein eher behäbiger Möbelpartner ist. Beschränke dich lieber auf Kleinmöbel und einzelne Accessoires, die Akzente setzen. Zum Beispiel eine Betonlampe über dem Couchtisch oder ein cooler Beton-Esstisch im Industrial Stil.

Beton wird im zum außergewöhnlichen Blickfang im Raum

Welche Stile harmonieren mit Beton?

Der Sichtbeton bedient in gefärbten Varianten und unterschiedlichen Oberflächen verschiedene Stile. So kann Sichtbeton natürlich rau oder besonders fein sein.

Für Fans des modernen Stils empfehlen wir die Kombination mit glänzenden Oberflächen und spannender LED-Beleuchtung, die dem Steingemisch einen plastischen Eindruck verleiht.

Vor weißen Wänden und puristischer Einrichtung wirkt Beton klar und rein, aber auch schnell etwas kühl. Wenn du es lieber natürlich magst, kombiniere den Sichtbeton mit gedeckten Farben und Naturmaterialien wie Holz, Leder oder Textilien aus Leinen und Baumwolle. In ihrer Umgebung entfaltet das eher nüchterne Material seinen rustikalen, warmen Charme. Perfekt also auch für den Skandi-Stil.

Beton- und Polstermöbel im gleichen Baustil ergänzen sich harmonisch zu einer wohnlichen Einheit.

Unbehandelte Leuchten aus Beton passen zudem gut zu Vintage-Möbeln der 40er und 50er in Mineraltönen von hellen Blau- und Beigetönen bis hin zu dezentem Grün.

In industriellen Interieurs mit viel Metall, Grau- und Schwarztönen fügt sich roher, unbeschichteter Beton 1:1 ein. Aus einer Betonplatte und alten Holztischbeinen entsteht zum Beispiel ein außergewöhnlicher Esstisch mit rauem Charme.

Holz und Beton - Industrial pur!

Tipp für die Wandgestaltung oder DIY-Projekte mit Beton

Wände oder Schalen und Co. aus Sichtbeton selber gestalten sind tolle DIY-Projekte, für die wir dir noch ein paar Tipps vorweg mit auf den Weg geben möchten. Glatte und glänzende Betonwände wirken elegant, während körnige oder kantige Oberflächen eher rustikal rüberkommen. Möchtest du dem Ganzen noch einen Farbanstrich verleihen, empfehlen wir vorher unbedingt Tapetenreste und Staub vollständig zu entfernen, die Fläche sorgfältig zu schleifen und ggf. eine Grundierung aufzutragen, damit du ein schattenfreies Ergebnis erhältst. Berichte uns gerne über deine Erfahrungen und sende uns deine Eigenkreationen an editorial@home24.de.

Bühne frei für Samt und Beton – Was sich neckt, das liebt sich

Wer besonders trendbewusst ist, wagt die Trend-Zusammenführung und kombiniert kuscheligen Samt mit hartem Beton, um dem Steingemisch ein gemütliches und farbenfrohes Finish zu verleihen. Kissen und Sessel aus wohligem Samt gepaart mit Tischen aus feinen Betonplatten – so zieht ein Hauch nobles Flair bei uns ein.

 

 

Warum Samt? Weil wir den anschmiegsamen Stoff lieben! Auch wenn der aus dem Orient stammende Samt als “Königsstoff” bekannt ist – die Zeiten, in denen Samt ausschließlich dem Adel vorbehalten war, sind vorbei. Heute adelt Samt nämlich in trendigen Farben und reduzierten Formen unsere modernen Sitzmöbel und Kissen. Accessoires setzen schimmernde Akzente, die jedes mal neu erscheinen, wenn man über den Samt streicht. Die Farbpalette reicht dabei von pudrigem Pastell bis hin zu kräftigen Juwelenfarben des Herbst/Winters 2016/17.

Und darum ergänzen sich die beiden Materialien perfekt zu einem kultivierten Stilmix: Dekoriere beispielsweise den Betonstuhl mit samtigen Kissen, um dem Ganzen einen warmen Glanz zu verleihen. Oder wie wäre es mit einer coolen Betonlampe, die den Samtstühlen am Esstisch zu mehr junger Lockerheit verhelfen.

Wir lieben anschmiegsame Kissen aus Samt

Warum geben Beton und Samt so ein gutes Paar ab?

Na, weil sie alles vereinen, was ein modernes Paar ausmacht: Stärke in der Andersartigkeit des Partners. Der eine ist hart, der andere weich. Dazu harmonieren sie auch farblich: Beton ist grau und liebt alle matten Töne, mit denen sich Samt inszeniert. Und zu guter Letzt ist es ein besonderer Zauber, der jedes ungleiche Paar umgibt: Beide alleine sind toll, aber zusammen sind sie ein Hit, der lange Trend bleiben wird!

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