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home24 stellt vor: der Landhausstil

 

Wie viele Möbelstücke einer bestimmten Stilrichtung braucht man eigentlich, um damit einen bestimmten Stil auszudrücken? Warum gefallen uns einige Stile besser und warum passen andere weniger zu uns? Aus welchen Einflüssen haben sich Wohnstile geprägt? Wir präsentieren dir unsere sechs home24 Wohnstile und erklären dir ihre Basics.

In dieser Folge widmen wir uns dem Landhausstil, der in den letzten Jahren einen regelrechten Boom erfahren hat. Wir erklären dir, was den Trend ausmacht und wie du ganz einfach ländliche Romantik bei dir einziehen lassen kannst.

Was macht den Landhausstil so beliebt?

Es ist auf den ersten Blick schon etwas paradox: Während in den großen Städten der Wohnraum knapp wird und die Ballungsräume wachsen und wachsen, scheint eine neue Sehnsucht nach dem Leben auf dem Lande ausgebrochen zu sein. Zeitschriften wie “LandLust” erreichen beachtliche Auflagenzahlen, und auch im Interior-Bereich ist der Landhausstil derzeit gefragt wie kaum ein anderer.

Was zuerst scheint wie ein Widerspruch, ist die Kehrseite derselben Medaille: Die ländliche Romantik stellt das Gegengewicht zur hektischen, hoch technischen und engen urbanen Welt dar. Das Landleben steht für Entschleunigung, für ein einfaches und harmonisches Leben in der Natur. Für Weite und Ruhe im Gegensatz zu Enge und Stadtlärm. Für das Wahre, Echte und Schöne. Ehrliches Gärtnern und Handwerken statt in der überfüllten U-Bahn Business-E-Mails zu checken. Selbstgemachte Limonade auf der Veranda statt Cocktail in der After-Work-Lounge. Und eine Nostalgie nach einem Früher, wo vielleicht nicht alles besser, aber zumindest einfacher war.

Nicht jede Landhauseinrichtung befindet sich tatsächlich auf dem Land – auch in der Stadtwohnung kann mit den richtigen Möbeln und Deko-Kniffen dieses unbeschwerte Land-Gefühl erzeugt werden.

 

Schlicht, bodenständig und einladenend verkörpert Serie Lyngby den skandinavischen Landhausstil

 

Was Landhaus-Möbel auszeichnet

Mit dem Landleben verbinden wir Authentizität, sowie eine ungezwungene Gemütlichkeit. Wir denken an Orte, wo die Zeit ein wenig stehengeblieben zu sein scheint. Entsprechend zeichnen sich die typischen Landhaus-Möbel durch eine nostalgische Note aus. Die Möbel dürfen und sollten nach traditioneller Bauart Verzierungen, Absetzungen und verspielte Beschläge tragen. Dass sie aus Massivholz gefertigt sind, so wie es vor hundert Jahren der Schreiner gemacht hat, ist ebenfalls ganz wesentlich. Andere traditionelle Materialien wie Metall, Wolle, Leinen, Rattan und naturbelassenes Leder ergänzen das Bild. Sehr häufig sind die Holzmöbel weiß gestrichen oder gekalkt.

Dabei gibt es nicht nur den einen Landhausstil: Während der sogenannte New Country-Style die alten Möbeltraditionen mit einer zeitgemäß reduzierteren Formensprache interpretiert, lieben die Freunde von Shabby Chic gerade das Unperfekte: Kanten mit abgeblättertem Lack, gealterte Holzoberflächen, gesprungenes Email und rostiges Metall verleiht den Vintage-orientierten Einrichtungen reichlich Charakter.

 

Neu interpretiert: Der traditionelle Landhausstil mit zeitgemäßem Form-Update – so sieht der 'New Country' Look aus

 

Bei Polstermöbeln gilt: Gemütlichkeit ist oberstes Gebot. Entsprechend dürfen Sofas auch richtig üppig und klobig daherkommen. Die nostalgische Note in der Optik erzeugen runde Formen, florale Dessins, und auch Hussen, also hängende Stoffbahnen am Fußende, sind ein beliebtes Stilmittel.

Die typischen Landhaus-Farben ergeben sich schon aus der großen Naturnähe und den bevorzugten Materialien: Holz, Stein und Keramik geben die Grundlage vor. Mit erdigen Brauntönen, Sand und Beige dominieren gedeckte und matte Farbschattierungen. Viel Weiß, zum Beispiel auf lackierten Möbeln, gekalkten Holzböden oder weiß gestrichenem rauen Putz sorgen für das helle und freundliche Flair, das den Landhausstil so populär macht. Die ideale farbliche Ergänzung zu den Naturfarben sind Pastelltöne wie Altrosa, Hellgelb oder Pastellblau.

Textilien kommen ebenfalls in Naturtönen wie Creme, Braun oder Beige daher, sie tragen traditionelle Muster wie Karos, Streifen oder Spitze. Auch nostalgische geblümte Dessins passen super ins Bild. A propos: Blumen sind die beste Art, für frische Farbtupfer zu sorgen, ohne einen Stilbruch zu erzwingen. Am geeignetsten sind Gewächse direkt aus der Umgebung, die saisonale Akzente setzen: Weidenzweige mit Palmkätzchen im Frühjahr, Mohn und Kornblumen im Sommer, Kürbisse und Beerenzweige im Herbst bringen immer wieder anderes Flair in die Einrichtung.

 

Typische Landhaus-Gemütlichkeit: Ohrensessel, Sessel in Cremefarben und florale Dessins

 

Kleine Geschichte des Landlebens

Die Geschichte des Landhaus geht zurück bis ins 18. Jahrhundert. In dieser Zeit wurde es für britische Adelige chic, ein zweites Heim auf dem Land zu besitzen. Den Luxus zweier Wohnsitze plus die Reisen zwischen Stadt und Land konnten sich entsprechend nur die Reichsten in der Bevölkerung leisten. Während die eigentlichen Landbewohner überwiegend in einfachen bäuerlichen Verhältnissen lebten, dienten die Herrenhäuser allein der Entspannung und dem Vergnügen. Als Statussymbol waren die englischen Landhäuser noch deutlich protziger eingerichtet, als man das heute mit dem ländlichen Stil verbindet.

Gegen Ende des 19. Jahrhunderts waren es in Kontinentaleuropa besonders Künstler und Schriftsteller, die in der Ruhe und Abgeschiedenheit ihrer ländlichen Zweitwohnsitze Inspiration und konzentriertes Schaffen erhofften.
Der heutige Countryside-Trend speist sich aus der Sehnsucht nach Einfachheit, Natürlichkeit, Beständigkeit und Echtheit. In der Besinnung auf Großmutters Zeiten werden alte Einrichtungstraditionen zitiert und fortgeführt.

 

Viel klares Weiß erzeugt einen frischen und leichten Eindruck

So richtest du dich im Landhausstil ein

Oberstes Ziel dieses Stils ist es, eine Wohlfühlatmosphäre herzustellen, die sanft aufs Gemüt wirkt und bis in jede Ecke Gemütlichkeit ausstrahlt. Damit das auch wirklich gelingt, haben wir noch ein paar Tipps für dich zusammengestellt:

1. Bring Licht hinein

Deine Einrichtung soll hell und freundlich wirken? Dann setze auf viel Weiß und helle Töne im Innenraum. Eine einfache gekalkte Wand mit wenig Wandschmuck, weiß lasierte Böden und Holzmöbel mit weißem Anstrich lassen den Raum freundlich und offen wirken. Um die Wirkung der einzelnen Stücke zur Geltung zu bringen, solltest du zudem den Raum nicht zu vollstellen. Wenn der Raum aufgrund seiner Lage nicht allzu viel Licht bekommt, kannst du ihn mit geschickt platzierten Wandspiegeln größer und heller erscheinen lassen. Abends darf es hingegen ruhig schummrig sein – Kerzen und anderes warmes Licht sorgen für Gemütlichkeit.

2. Deko ja – aber nicht zu viel

Deko-Freunde können sich im Landhausstil austoben. Nostalgische Souvenirs, Flohmarktfunde, Wurzeln und andere Fundstücke aus der Natur, antike Gerätschaften und vieles mehr – erlaubt ist, was gefällt. Allerdings solltest du darauf achten, nicht jede freie Fläche vollzustellen, sonst wirkt es schnell beliebig und überladen. Lieber ein paar Gegenstände weniger, die aber farblich und stilistisch gut miteinander harmonieren.

 

Shabby ist chic! Bei Accessoires gilt: Je oller, desto doller

 

3. Dreh die Zeit zurück

Das wesentliche Merkmal des Landhausstils ist das Setzen auf das Altbewährte entsprechend authentisch wird ein Interieur, das du mit traditionellen Materialien wie Holz, Eisen, Keramik und Porzellan gestaltest. Moderne technische Geräte stellen da einen augenscheinlichen Stilbruch dar. Bring den Laptop bei Nichtgebrauch also lieber im Sekretär unter, und auch der Riesen-Plasmabildschirm gibt kein stilvolles Zentrum fürs Wohnzimmer ab. Ein offener Kamin mit einer gemütlichen Sitzgruppe dafür umso mehr.

4. Werde kreativ

Ein Blick in die beliebtesten Land-Magazine verrät: Selbermachen steht hoch im Kurs. Das gilt nicht nur für die Marmelade aus den selbst geernteten Früchten, sondern auch für viele nette kleine DIY-Ideen aus Naturmaterialien, mit denen du ganz einfach pfiffige Dekorationen schaffst.

5. Lass dich inspirieren

Landhäuser gibt es überall, und jede Region hat eigene Besonderheiten. So spricht man etwa vom französischen Landhausstil, dem toskanischen, dem skandinavischen, dem britischen, dem Strandhauslook … und das waren nur ein paar Beispiele. Es lohnt sich also, mit offenen Augen durch die Welt zu gehen und überall Inspiration zu sammeln. Auch Reiseberichte, Reportagen, Blogs, Wohnmagazine und Seiten wie Pinterest bieten reichlich Ideen, von denen du deine liebsten übernehmen kannst, oder auf eigene Ideen kommen.

Hier findest du noch weitere Landhaus-Ideen zum Nachstylen!

 

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