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Retro-Stil: zeitlos und elegant

Trends kommen und gehen, aber die beliebtesten Designs bleiben und dürfen sich irgendwann zur Riege der Klassiker zählen. Beim Retro-Stil dreht sich alles darum, ehemalige It-Pieces der 50er und 60er Jahre zeitgemäß zu interpretieren und sie versehen mit einem frischen Twist in die Gegenwart zu holen.

 

 

Aber was genau bedeutet Retro eigentlich und wie kreiert man einen möglichst authentischen Look? Was beim Landhausstil, Industrial oder einem nordisch inspirierten Skandi-Interieur meist recht einfach ist, erfordert beim Retro-Stil zugegebenermaßen etwas Fingerspitzengefühl. Das nötige Hintergrundwissen und ein paar Styling-Tipps geben wir dir gern mit auf deinen Weg in die stilistische Vergangenheit.
 

Design-Wunder der 50er

Getrieben vom Wirtschaftsboom der Nachkriegszeit – erst in den USA und schließlich auch in Europa – profitierten große Bevölkerungsteile von einer erheblichen Steigerung ihrer Lebensqualität. Die Menschen schwammen auf einer Welle des Wohlstands, konnten sich wieder Eigenheime oder hübsch hergerichtete Wohnungen leisten. So wuchs der Bedarf nach Konsumgegenständen sowie modernen Einrichtungsobjekten. Diese Nachfrage konnte die Industrie nur bedienen, indem sie schnellere und effizientere Fertigungsmethoden entwickelte.
 

Wer könnte diese Kurven nicht lieben? Formholz und Stahlrohr sind typische Retro-Materialien

Zwei innovative Werkstoffe begegnen uns bei Fifties-Möbeln immer wieder: Bugholz (wir erinnern uns an den Eames Lounge Chair) und Stahlrohr (wie beim Freischwinger Cesca von Marcel Breuer). Sie bildeten damals unter anderem die Grundlage für die schlicht geschwungene Formgebung, mit der der Retro-Stil heute noch begeistert.

 

 

Zeitlos schön: Mid-Century Modern

Die goldene Design-Ära der 50er und 60er brachte eine Fülle verschiedener Stilströmungen hervor, die allesamt unter dem Oberbegriff Mid-Century Modern zusammengefasst werden können. Der Grund, warum die damalige Ästhetik auch noch heute von Interior-Liebhabern so hochgeschätzt wird, liegt wohl in der bewährten Gestaltungsmaxime „form follows function“ (zu Deutsch „die Form folgt der Funktion). Das Prinzip bedeutete eine klare Absage an früheren Prunk und stellte stattdessen den Nutzwert von Möbeln und Wohnaccessoires in den Mittelpunkt.
 

Gut in Form: Geschwungene und reduzierte Linien bestimmen die Silhouetten

Die Disziplinen von Architektur, Bildhauerei und Innendesign waren Mitte des 20. Jahrhunderts noch nicht so strikt voneinander getrennt wie heute und auch bedeutende Künstler wie Ludwig Mies van der Rohe, Arne Jacobsen oder das Paar Charles und Ray Eames entwarfen Möbel, Leuchten und Deko-Objekte. Das Ergebnis war ein außerordentliches Ideenreichtum, aus dem funktionale Alltagsgegenstände mit höchstem gestalterischen Anspruch hervorgingen.

 

 

Anleihen aus der Bauhaus-Ära

Einen bedeutenden Einfluss, den wir beim Retro-Stil auf keinen Fall außer Acht lassen dürfen, ist das berühmte Bauhaus. 2019 feierten wir den 100. Geburtstag der Kunstschule, die unser Verständnis für Architektur und Design bis in die Gegenwart entscheidend prägt.
 

Im Retro-Stil lebt die funktionale Bauhaus-Ästhetik fort

Der Purismus der Formgebung wird hier auf die Spitze getrieben und bedient sich der Grundbausteine der Geometrie. Auch farblich orientierte man sich an den Primärfarben Rot, Blau und Gelb und fand so zu einer aufs Wesentliche reduzierten Designsprache.

 

 

Wiedersehen macht Freude

Aber wo genau kommt der aktuelle Retro-Hype eigentlich her? Ein Großteil der Aufmerksamkeit ist wohl der 2007 erschienenen US-Erfolgsserie „Mad Men“ und ihren detailverliebten Produzenten zu verdenken. Für sie wurden weder Kosten noch Mühen gescheut, um das Set in eine museumsreife Retrospektive zu verwandelten. Filme wie „La La Land“ und das erst kürzlich erschienene Crime-Drama „Once Upon a Time in Hollywood“ taten ihr Übriges und seither sehnen sich nicht nur Cineasten das Retro-Revival auch in ihren eigenen vier Wänden herbei.
 

Hello again! Der Retro-Stil holt das Gestern zurück ins Heute

Also willkommen zurück hübscher Nierentisch, hereinspaziert ins Esszimmer lieber Freischwinger, tob dich ruhig aus wilde Mustertapete! Solange du die Funktionalität deiner Einrichtung immer im Blick behältst, besteht auch keine Gefahr, dass du dich zuhause plötzlich versehentlich in einem Retro-Museum wiederfindest.
 

Komm mit auf Zeitreise!

Am stimmigsten wirkt ein Interieur, wenn es nicht bunt zusammengewürfelt aussieht, sondern einem klaren Konzept folgt. Bedienst du dich bewusst an Stilzitaten von Bauhaus oder Mid-Century, zeigst du auf subtile Weise, dass du dich mit der Design-Geschichte deiner neuen Lieblingsmöbel auseinandergesetzt hast. Key-Pieces wie ein Schwingstuhl mit Stahlrohr, ein Lounge-Sessel mit Formholz-Optik oder skulpturale Leuchten geben vor, wohin die Reise geht.
 

Das gab’s alles schon mal? Richtig, wie feiern die Renaissance des Dagewesenen!

Ergänzt werden diese Hingucker mit zweckmäßigen Stauraummöbeln wie Kommoden und Regalen aus hellem Holz mit schlichten Griffen und konisch zulaufenden Füßen. Das zusammengestellte Interieur sollte dabei nie zu schwer wirken, sondern Leichtigkeit ausstrahlen. Möbel, die Bodenfreiheit schenken, sind also ein absolutes Muss. All dies spielt sich idealerweise in einer reduzierten und harmonischen Farbpalette aus Erd- und Pastelltönen ab, die mit kräftigem Senfgelb gehighlightet wird.