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Der Skandinavische Stil

Kristallklare Fjorde, endlose Wälder, schneebedeckte Berge und unzählige Seen, die wie Spiegel die raue Landschaft durchziehen: die Liebe zur vielfältigen und einzigartigen Natur prägt seit jeher das Erscheinungsbild des skandinavischen Einrichtungsstils. Dank der geradlinigen Eleganz seiner zeitlos schönen Designkreationen hat sich die nordische Idee vom Einrichten im Laufe der letzten Jahrzehnte auch in südlicheren Breitengeraden vollends etabliert.

Aber was genau macht den skandinavischen Stil aus und wie verpasst du deinem eigenen Zuhause ein nordisches Flair? Einrichten im skandinavischen Stil ist ganz einfach! Alle Merkmale des skandinavischen Einrichtungsstils findest du hier:

Wie alles begann

Die Entstehungsgeschichte des skandinavischen Designs führt bis in die 50er Jahre des letzten Jahrhunderts zurück. Unter der Führung von Design-Ikonen wie Alvar Aalto, Arne Jacobsen, Eero Saarinen oder Verner Panton entstand in Dänemark, Schweden, Norwegen und Finnland eine neuartige Designbewegung. Ihre Kreationen spiegelten in puncto Formensprache und Materialität die Liebe zur skandinavischen Natur wieder, bedienten gleichzeitig aber auch einen sozialen Aspekt: Ähnlich wie beim Funktionalismus oder in der Moderne setzten sich die Urväter des skandinavischen Designs dafür ein, dass schöne und funktionale Objekte nicht länger Privileg für den wohlhabenden Teil der Bevölkerung, sondern für jeden erschwinglich und zugängig sein sollten.

 

Typisch Skandi: Natürliche Materialien

Wälder, wohin das Auge reicht – da liegt es nahe, dass Holz in Skandinavien DER Werkstoff schlechthin ist! Fangen wir mit den typisch skandinavischen Holzhäusern an: von außen bunt lackiert durchsetzen sie wie fröhliche Farbtupfer die oft winterlich geprägte Landschaft; von innen mit hellen Holpanelen ausgekleidet, verleihen sie dem Wohnraum in dunklen Tagen Helligkeit und Wärme. Und so verwundert es nicht, dass auch beim Möbeldesign Holz das zentrale Material darstellt: heimische Holzarten wie Fichte, Birke, Esche oder Kiefer werden am häufigsten verwendet und finden sich – mal weiß lasiert, mal roh und naturbelassen mit sichtbarer Maserung und Astlöchern – in Form von Stühlen, Hockern, Bänken oder Regalen im skandinavisch geprägten Wohnraum wieder.

 

Auch bei kleineren Designdetails wird der Werkstoff eingesetzt und sorgt für die unverwechselbare, naturbetonte Optik des Einrichtungsstils: ob in Form von hölzernen Füßen für Polstermöbel und Stühle, oder Accessoires wie Kerzenständer, Uhren oder Schalen – Holz ist beim skandinavischen Stil allgegenwärtig.

Auch die langen, kalten Winter prägen die Wohnkonzepte in Skandinavien und steigern die Sehnsucht nach einem wohlig-warmen Wohlfühlort – und das spiegelt sich in der Einrichtung wieder: Dem traditionellen Werkstoff Holz werden warme Materialien zugefügt um eine behagliche Komponente zu kreieren. Stuhl- und Sesselbezüge aus Leder oder Baumwolle, grob gestrickte Wolldecken, einzeln oder gemeinsam drapierte Teppiche, Schaffelle und Heimtextilien aus Baumwolle, Leinen oder Filz – Einrichten im skandinavischen Stil ist so einfach!

 

Typisch Skandi: Harmonische Farben & geometrische Muster

Nicht nur mit gemütlichen Materialen sagen die Skandinavier den dunklen Wintern den Kampf an – mit hellen Farben strahlen nordische Wohnungen von innen heraus. Die Farbpalette reicht von Weiß über Creme bis zu hellen Holztönen. Wohl akzentuierte Pastelltöne und ausdrucksstarke Farben sorgen zusätzlich für harmonische Hingucker. Während auf großen Polstermöbeln oft eine einzige Farbe großflächig eingesetzt wird und so zum Key-Piece des Raumes avanciert, dürfen bei skandinavisch angehauchten Accessoires und Heimtextilien auch mal Farben gemischt und kombiniert werden: Grafische Muster in verschiedenen (Pastell-) Farben fügen sich ebenso harmonisch in die nordische Einrichtung ein, wie Naturmotive und Blätterprints, die die Liebe der Skandinavier zur Natur aufgreifen und diese in die eigenen vier Wände holen.

 

Typisch Skandi: Klare Formen

Schnörkel oder Verzierungen, Pomp oder Prunk – all das sucht man beim skandinavischen Design vergebens. Vielmehr gilt der folgende Leitsatz, der seinen Ursprung in der Bauhaus-Ära hat: „Die Form folgt der Funktion“. Das Resultat dieser Maxime sind funktionale Design-Kreationen, die sich durch klare Linien und eine zurückhaltende, reduzierter Formensprache auszeichnen. Im Gegensatz zum Bauhaus-Stil fallen die Möbel-Designs jedoch weniger puristisch und minimalistisch aus. So findet man vereinzelt auch weich geschwungene, organisch anmutende Designdetails, die die skandinavische Natur aufgreifen: wellige Linien oder abgerundete Kanten sollen etwa an das Relief von Baumstämmen oder die organische Form eines Sees erinnern. Dank der zeitlosen Optik und warmer Materialien lässt sich skandinavisches Design mühelos in die verschiedensten Wohngegebenheiten integrieren.