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home24 stellt vor: der moderne Industrial-Stil

 

Zuhause ist, was dir gefällt – so weit, so wahr. Aber wie kann man eigentlich das beschreiben, was einem gefällt? Um dir die Auswahl zu erleichtern, haben wir unser Sortiment in ein paar grundlegende Kategorien unterteilt. In dieser Serie präsentieren wir dir unsere sechs home24 Einrichtungsstile und erklären dir ihre Basics.

Heute geht es um den modernen Industrial-Stil. Wir zeigen dir, was das Besondere an diesem Look ist, wie du auch bei dir zuhause ein wenig alten Industriehallen-Charme einziehen lassen kannst, und warum dieses Wortpaar kein Widerspruch in sich ist.

Geschichte des Wohnstils Industrial

 

Arbeit gestern und heute. Grundlage für beides: Tische aus massivem Holz und robustem Eisen

 

Die Stücke, an denen sich dieser Stil orientiert, entstanden im frühen 20. Jahrhundert, als die Industrialisierung in vollem Gange war. In großen Fabriken wurden die Massenproduktion vorangetrieben, Arbeitsabläufe optimiert und neue Erfindungen entwickelt. Natürlich hätte man sich damals nicht vorstellen können, dass die Stücke jemals fürs private Zuhause genutzt werden würde! Das Inventar war rein pragmatisch konzipiert und musste genau zwei Ansprüchen genügen: einerseits funktional, andererseits robust sollten die Werkbänke, Spinde und Leuchten sein. An die Ästhetik wurde bei der Entwicklung der Fabrikeinrichtungen praktisch gar nicht gedacht, und wenn, dann nach der Maxime des französischen Philosophen Paul Souriau: „Schön ist, was funktioniert.“

Dass wir uns heute an den alten Arbeitsgeräten aus Produktionsstätten so erfreuen, liegt am Aufkommen des Loft-Stils. In Städten wie New York wurden ab den 1980ern alte und nicht mehr betriebene Fabrikgelände an (Lebens-)Künstler vermietet, die sich die stetig steigenden Mieten der Innenstädte nicht leisten konnten. Auf den riesigen Etagen zwischen rauen unverputzten Ziegelmauern richteten sie sich ihre Ateliers ein oder wohnten gleich darin. Teils aus Not, teils aus Tugend wurden darin übrig gebliebene Gegenstände wie Arbeitstische oder Spinde einfach mit benutzt oder kreativ umfunktioniert. Als Avantgarde prägten die Loftbewohner den Fabrikhallen-Chic, der sich durch seine ganz eigene Ästhetik auszeichnet. Interior-Designer orientierten sich im Folgenden an den Fabriklofts und entdeckten den rauen Charme des Alten für sich, wodurch der Industrial-Stil zunehmend auch in weiteren urbanen Wohnungen einzog.

 

Die Basics des Industrial-Stils

 

Vor allem drei Materialien wurden für alte Fabrikutensilien benutzt: Metall, Holz und Leder. Diese stehen im Industrial Chic auch ganz klar im Vordergrund. Die schnörkellosen Möbel sind kantig, unbehandelt und rau. Vor allem die Kombination von Metall und massivem Holz zeichnet die Möbel aus, die standesgemäß sehr robust und langlebig sind. Die Schönheit der Stücke liegt in ihrer konsequenten Schlichtheit – und in ihrer Vintage-Anmutung.

Denn auch „shabby“ darf es hier gerne zugehen. Beliebt sind Flohmarktfunde und Originalstücke aus alten Produktionsstätten – die Stücke dürfen ruhig benutzt aussehen. Um das Flair alter Fabrikeinrichtungen zu erzeugen, werden bei manchen neuen Industrial-Möbeln sogar extra abgekratzte Lackschichten, grobes Holz, sichtbare Schweißnähte, Leder mit Vintage-Optik und kleine Unregelmäßigkeiten eingesetzt.

Farblich herrscht eine reduzierte Palette dunklerer Töne vor. Analog zum gealterten Holz der alten Fabrikmöbel werden dunklere Holzarten eingesetzt, die mit schwarz oder dunkelgrau lackiertem Metall kombiniert werden. Dunkles Leder, das am besten schon abgenutzt aussieht, ist der perfekte Stilpartner. Vor dieser Basis kommen einzelne Akzente in Farbe (nicht zu viele!) oder Glanzmetallen wie Kupfer sehr gut zur Geltung.

Für Freunde von Deko und Stehrümchen eignet sich der Stil weniger: Zu viele Accessoires machen die aufgeräumte und maskuline Gesamtwirkung der Einrichtung zunichte. Und schließlich stand in der Fabrik ja auch kein Blumengesteck auf dem Sideboard.

So richtest du dich im Industrial-Stil ein

 

Auch in Schlafzimmer und Bad lässt sich der moderne Fabrikloft-Style realisieren

 

Im Prinzip eignet sich jeder Raum, um ihn im Industrial-Stil einzurichten. Besonders gut jedoch solche, die dem ästhetischen Grundprinzip entgegenkommen: Nackte, unverputzte Ziegelmauern, Beton- oder alte Holzfußböden und viel Platz – das verlangt geradezu nach einem Industrial-Interieur. Denn hier muss es nicht perfekt zugehen, im Gegenteil: Die vermeintlichen Makel werden extra betont.

Die passenden Möbel findest du auf unserer Wohnstil Industrial-Seite – oder auch antik in bei Flohmärkten, Vintage Stores und Kleinanzeigen. Neben massiven Holz-Metall-Möbeln machen sich auch wuchtige Ledersofas oder –sessel, etwa im Chesterfield-Stil sehr gut.

Als Accessoires unterstützen antike Gebrauchsgegenstände mit Shabby Chic wie verwitterte Blechschilder, Flaschen oder Holzkisten das Vintage-Flair. Wie schon oben erwähnt: Zurückhaltend mit Deko-Stücken umgehen. Lieber auf ein paar wenige Statement-Pieces wie markante Stehleuchten setzen, die gleichzeitig funktional sind.

 

Bei Leuchten kannst du kreativ werden: Schwere Industrie-Lampen passen genauso gut wie nackte Birnen oder originelle Steampunk-Kreationen

 

Gemütlichkeit und Industrial Chic schließen sich übrigens keineswegs aus. Durch ein paar stilgerechte Leuchten, die die Szenerie in warmes Licht tauchen, sowie durch bequeme Polstermöbel wird eine Wohlfühlatmosphäre in einer inspirierenden kreativen Umgebung geschaffen.

Überhaupt ist der Industrial Style eine Einladung zum Kreativwerden. Du kannst Möbel und Vintage-Gebrauchsobjekte umwidmen, zweckentfremden, umbauen und einsetzen, wie es dir Spaß macht. Schließlich geht es bei diesem Wohnstil genau darum: eine Ästhetik aus vergangenen Zeiten phantasievoll im Hier und Heute einzusetzen. 

 

In unverputzten Wänden kommen Industrial-Möbel besonders stilecht zur Geltung