Christmas Eve mit Sarah & Frank – Teil 3

„Das Käsefondue ist dir sehr gelungen, Frank!“, lobt ihn sein Vater, „aber der Rotwein war das i-Tüpfelchen, selten so ein gutes Tröpfchen genossen…“
„Wusste ich doch, lieber Gerhard … einen Aalto Pagos Seleccionados gönnt man sich nicht jeden Tag, hab aber noch ein paar Fläschchen dabei“, wirft Peer ein.
„Seit wann bist du Weinkenner?“, Anita blickt verwundert zu ihm herüber.
„Ach, weißt du, es hat sich viel geändert im letzten Jahr…“, erwidert er bedeutungsvoll und schaut sie lange an. Anita wird ebenfalls rot, obwohl sie keinen Schluck Rotwein getrunken hat.
„Ich glaub, das Christkind war da, ich geh mal gucken!“, ruft Sarah fröhlich in die Runde und verschwindet im Wohnzimmer. Unterwegs überrascht sie ein ungeduldiges Türklingeln: Ihre Kusine Luisa und eine fremde Frau stehen vor der Tür…
„Luisa! Schön, dass du auch gekommen bist!“
„Ja und das hier ist Betty, frisch getrennt, wütend und alleine heute. Ich hab sie einfach mitgebracht.“
„Oh, das tut mir leid, Betty! Na komm herein, bist herzlich willkommen!“

Luisa und ihre Freundin gesellen sich zu den anderen ins Esszimmer, während Sarah im Wohnzimmer die Kerzen anzündet. Alles ist fertig! Der Kamin verbreitet eine wohlige Wärme. Eine Minute lang genießt sie die wunderschöne Stimmung, dann legt sie eine alte CD mit Bing-Crosby-Weihnachtsliedern ein und greift zu einem Glöckchen.
Die kleine Lilli kommt sofort ins Bescherungszimmer gelaufen und bleibt staunend stehen.
Peer und Anita schlendern zögernd hinterher. Beim letzten gemeinsamen Weihnachtsfest waren sie noch ein Paar. In Gedanken daran legt Peer wie selbstverständlich seinen Arm um Anita und sie lässt es einfach geschehen.
„Ach kommt, nun nehmt Platz und stürzt euch auf die Geschenke – so wie bei Loriot!“, unterbricht Sarah die andächtige Stille und klatscht aufmunternd in die Hände.

 

Gemütliches Ambiente: Goldener Beistelltisch, Kerzenschein und knisterndes Kaminfeuer

Während Opa Gerhard sich auf dem gemütlichen grauen Sessel niederlässt und sein neu befülltes Glas Rotwein auf dem goldenen Beistelltischchen in Augenschein nimmt, suchen sich Anita und Peer einen Platz auf dem hellgrauen Zweisitzer. Ehe sie sich versehen, gesellt Betty sich schon dazu, direkt neben Peer, wickelt sich in die bereitliegende Felldecke und schaut trotzig vor sich hin. Dabei rückt sie noch ein Stück näher an Peer heran, was Anita mit erhobenen Augenbrauen quittiert. Peer schmunzelt verstohlen und reicht Betty fürsorglich ein Glas mit Rotwein.
„Wird schon wieder, Betty. Du weißt ja, Liebeskummer lohnt sich nicht …“
„Hat der auch nicht verdient. Der ist so ganz anders als du …“, schmachtet Betty ihn mit verführerischen Augenaufschlag an und nippt an ihrem Wein.
„Frohe Weihnachten!“, mischt sich Anita sofort ein und überreicht Peer einen großen Umschlag: „Von mir und Sarah. Damit du mal die Perspektive wechselst …“
„So? Ich soll die Perspektive wechseln?“, entgegnet er etwas entrüstet und öffnet den Umschlag mit Unbehagen. „Eine Ballonfahrt …! Wow, ihr seid verrückt!“
„Brauchst du Begleitung?“, bietet sich Betty mit geheimnisvollem Lächeln an. „Ich hab schon mal eine mitgemacht. Das ist wunderschön … und man kann …“
„Nein, Lilli und ich kommen mit!“, unterbricht sie Anita. Sarah merkt erstaunt auf.
„Echt, das traust du dich, Anita? Ich bin heute wirklich überrascht von dir.“
„Ja, für die Kleine, weißt du. Lilli wollte gerne mit und ja, warum eigentlich nicht …“, murmelt sie verlegen vor sich hin und schenkt sich nun auch ein Glas Rotwein ein.
Als Franks Mutter ihr Geschenk aufmacht, ist die friedliche Stimmung, untermalt von Bing Crosbys Stimme, erst einmal passé …
„Ich hab euch doch gleich gesagt, ihr sollt keine Katze anschaffen! Frank ist Allergiker und die kleinen Biester ruinieren euch die Wohnung …“, erregt sie sich, als sie von dem Unfall hört.
„Ach, so schlimm wird es schon nicht kommen …“, versucht Frank sie zu beschwichtigen und hebt seinen Kopf aus einer riesen Schachtel mit Styroporkugeln hervor.
„Und das Geld für den Schal? Wer ersetzt das, eure Minou?“
„Ich!“, ruft Anita dazwischen. „Ich hab noch einen Gutschein von meinem Lieblingsshop übrig, vor kurzem gewonnen …“
„Du gibst einen Shoppinggutschein ab, Anita, du?“, hakt Peer ungläubig nach, „Ähm, ich wollte eh noch was mit dir klären … Esszimmer?“ und er löst sich unauffällig von Betty, die gerade ihren Kopf auf seiner Schulter sinken lassen hat. „O.k.“, haucht Anita leise und die beiden verschwinden auf einmal, während die anderen ihnen erstaunt nachsehen. Bis auf Lilly, die ganz und gar mit ihrem neuen Puppenschloss beschäftigt ist. Nur Betty greift missmutig zu ihrem Glas, nippt daran und stößt ein enttäuschtes „Männer!“ aus.
Der Rotwein von Peer hat an diesem Abend die Führung übernommen. Alle Gäste müssen bei Sarah und Frank übernachten, denn niemand kann sich noch ans Steuer setzen.

Weihnachten ist noch nicht vorbei! Was am 1. Feiertag los ist und wie sie die Nacht verbracht haben, das erfahrt ihr in Teil 4, der in der Küche spielt.

 

Wenn der Kamin nicht mehr funktioniert: einfach Kerzen reinstellen und die romantische Stimmung ist perfekt!