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Im Interview: Interior-Fotografin Silke Zander

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Wir haben uns mit Silke Zander getroffen, um einen Einblick in ihre Arbeit als Interior-Fotografin zu erhalten.

Die Hamburgerin ist Meisterin des perfekten Arrangements und hat ein besonderes Auge für Details, die man als Laie gar nicht wahrnehmen würde. Das wissen auch ihre Kunden. Ihr Portfolio liest sich wie das „Who is Who“ der Home & Living-Szene. Vom Interior-Magazin Living at Home über Gärtner bis hin zur Modezeitschrift Brigitte, überall vertraut man auf Silke Zanders geschultes Auge.

Silke_Zander_4Silke Zander für Living at Home

Magazin: Hallo Silke. Schön, dass du dir für uns Zeit genommen hast. Du arbeitest ja nun schon seit 2002 als Interior-Fotografin in Hamburg und betreust die unterschiedlichsten Kunden. Wie gehst du im Vornherein an ein Projekt ran?

Silke Zander: Wenn ich einen Kundenauftrag annehme, gehen wir zuallererst einmal das Thema der Produktion durch. Wir besprechen die von den Produzenten und Stilisten erstellten Moodboards für die Stil- und Farbrichtung sowie die Gefühlswelt und Bildsprache. Wir bestimmen Kamerastandpunkte sowie die verschiedensten Lichtstimmungen. Licht ist bei einer solchen „Still-Produktion“ unheimlich wichtig.

Ein Objekt oder eine Wohnlandschaft kann ja nicht posen oder beispielsweise durch Lachen oder Funkeln in den Augen eine Stimmung erzeugen. Das kreieren wir mithilfe von Licht. Das geht von einem klaren und dynamischen Licht, das Aktivität und Lebendigkeit vermittelt, bis hin zu gedämpften Tönen, die Gemütlichkeit ausstrahlen. Mir ist es immer sehr wichtig, Lichtführung und Intensität – selbst in einem fensterlosen Studio – unter dem Aspekt der Natürlichkeit zu betrachten.

Silke_Zander_Living_at_Home:Picture_Press-002Silke Zander für Living at Home

M: Welche Inspirationsquellen lässt du in deine Arbeit einfließen?

SK: Die schönsten Inspirationsschätze sammele ich auf Reisen. Nicht nur für meine Arbeit, sondern auch für meine private Einrichtung.

Eigentlich landen bei jeder Reise – ob ins beschauliche England oder exotische Südafrika – mindestens ein paar Accessoires und ein paar Wohnmagazine des Landes in meinem Koffer. Bei meiner letzten Reise nach Kapstadt habe ich beispielsweise das kleine Interior-Label Studio 19 für mich entdeckt.

Aber natürlich gehe ich auch mit offenen Augen durchs Alltagsleben. Es kann ein Gespräch sein – der Austausch von Standpunkten –, was mich zu meiner nächsten Inspirationsquelle trägt, oder ein Film.

Silke_Zander_2Silke Zander für Living at Home

M: Wie hat sich deiner Meinung nach die Home & Living-Szene in den letzten Jahren entwickelt?

SK: Wie in der Mode gibt es auch im Interior-Design sehr starke Makrotrends, die sich über einen längeren Zeitraum entwickeln, einen Höhepunkt erreichen und dann wieder abflachen. Skandinavien mit seinem geradlinigen Design und den naturverbundenen Wohnlandschaften hat Italien als Trendsetter abgelöst. Das ist nicht zuletzt den starken Trendströmungen aus den 50er und 60er Jahren geschuldet.

Silke_Zander_3Silke Zander für Living at Home

M: Was würdest du jemandem raten, der gerade frisch umgezogen ist und vom Teelöffel bis hin zur Wandfarbe noch viele Entscheidungen zu fällen hat?

SK: Puh, genau das habe ich auch gerade durchgemacht. Mein Mann und ich sind im letzten September umgezogen. Insofern weiß ich sehr genau, wie man sich fühlt. Der beste Tipp, den ich geben kann, ist, sich sehr viel Zeit mit dem Einrichten zu lassen. Alles fügt sich mit der Zeit an den richtigen Platz. Selbst nach fünf Monaten waren die Wände bei mir noch weiß und es hing erst ein Bild an der Wand. Es muss organisch wachsen. Wer sich zu schnell für eine Einrichtung entscheidet und blind drauf los kauft, der bereut das meist am Ende.

Silke_Zander_5 Silker Zander für Living at Home