RATGEBER

Das richtige Boxspringbett finden

 

 

Auf der Suche nach dem bestmöglichen Schlaf landen nicht wenige bei einem Boxspringbett. Und da landen sie sehr weich. Nachdem sich diese Bettenkonstruktion in den USA und Skandinavien bereits flächendeckend durchgesetzt hat, macht sie auch hierzulande dem Lattenrost-Matratze-Standard ernsthafte Konkurrenz. Wir erklären dir, wie du das richtige Boxspringbett finden kannst und was du beim Kauf beachten solltest.

 

Was ist das, ein Boxspringbett?

Nein, mit Bockspringen hat das hier nichts zu tun. Der Name leitet sich aus dem dreiteiligen Aufbau ab: Statt auf einem Lattenrost liegt die Matratze auf einer Box mit Drahtfedern (engl. springs), die auch Untermatratze bezeichnet wird. Die Matratze, in aller Regel eine Federkernmatratze, wird dann noch von einem Schaumstoff-Topper gekrönt. Das Zusammenwirken der flächenelastisch federnden Untermatratze mit der punktelastischen Körperanpassung von Obermatratze und Topper sorgt für jenes federleichte, beinahe schwebende Schlafgefühl, welches das Boxspringbett in besonderem Maße bietet. Typischerweise krönt ein gepolstertes Kopfbrett, an das man sich gemütlich anlehnen kann, das Komforterlebnis. Weitere Besonderheit ist die überdurchschnittliche Höhe, auf die so ein Boxspringbett kommt. Gerade ältere Menschen schätzen diese, weil sie das Ein- und Aussteigen leicht macht.

 

Das Geheimnis des Komforts: der dreilagige Aufbau aus Federkernmatratze und Topper

Welche Größe ist die richtige?

Welche Größe dein Boxspringbett idealerweise hat, ist abhängig von dem Platz, der in deinem Schlafzimmer zur Verfügung steht, der Anzahl an Personen, die es benutzen und auch von der Art und Weise, wie du es in deinen Alltag integrierst. Angeboten werden Breiten von 90 bis 200 cm. In unserem Matratzen-Ratgeber haben wir der Frage nach der richtigen Matratzen-Größe eine ganze Seite gewidmet.

Welche Matratze sollte das Boxspringbett haben?

Hinter dem Boxspringbett steckt ein ausgeklügeltes System. Es ist nicht damit getan, drei Matratzen übereinander zu stapeln. Falls du dir nichts unter Begriffen wie Bonnellfederkern und Tonnentaschenfederkern vorstellen kannst, hier eine kurze Übersicht.

 

Die Matratzen-Federungen in der Übersicht

 

Bonellfederkern

In der “klassischen” Federkern-Matratze sind die Drahtfedern im Verbund angeordnet. Da durch die Verbindung bei einer Belastung auch die umliegenden Federn eingedrückt werden, spricht man davon, dass sie flächenelastisch nachgeben. Ergonomisch ist eine punktelastische Körperunterstützung besser. Der Bonellfederkern kommt bei Boxspringbetten meist in der Box zum Einsatz, wo diese zusätzliche Unterfederung zum schwebenden Liegegefühl beiträgt.

Taschenfederkern/Tonnentaschenfederkern

Wenn die Spiralfedern einzeln in Stofftaschen eingenäht sind, hat man einen sogenannten Taschenfederkern. Die Federn geben unabhängig voneinander nach, reagieren also punktelastisch. Beim Tonnentaschenfederkern nimmt man leicht bauchig geformte Federn (die etwa die Form eines Fasses haben), weil diese noch bessere elastische Eigenschaften vorweisen können. Für ein Boxspringbett ist dies die beste Matratze, und gerade bei Rückenproblemen sollte man darauf achten, dass die Obermatratze einen Taschen- oder Tonnentaschenfederkern hat. Man findet vereinzelt auch Boxspringmodelle mit Kaltschaummatratzen.

Die beste Matratzenkombination

Wie bereits gesagt, ist für erholsamen Schlaf eine punktelastische Körperunterstützung am besten, bei welcher der Körper an den Schwerpunkten tiefer einsinkt und die Wirbelsäule gerade zu liegen kommt. Der Topper ist dabei für das weiche Liegegefühl zuständig. Hochqualitative Boxspringbetten verwenden eine Obermatratze mit Taschenfederkernen, wodurch sie noch bessere Punktelastizität erreichen. In der Box reicht ein Bonellfederkern, da diese die Gesamtkonstruktion trägt und leicht federnd lagert.

 

 

Warum braucht ein Boxspringbett einen Topper?

Die Topper-Matratze, die zwischen 6 und 14 cm dick ist, wird für das sogenannte skandinavische Boxspringbett (auch Schweden-Bett) verwendet. Sie hat einen Kern aus Kaltschaum, Gelschaum oder Viscoschaum und sorgt für zusätzliche Körperunterstützung. Der Topper ist sozusagen das Sahnehäubchen in Sachen Liegekomfort.

Im amerikanischen Boxspringbett findet man keinen Topper, dafür ist die Obermatratze besonders hoch. Denn in dieser sind die oberen Lagen Schaumstoff gleich mit integriert. Die obige Frage kann man also beantworten mit “Braucht man gar nicht unbedingt”.

Der skandinavische Aufbau hat jedoch Vorteile: Der Topper hat in aller Regel einen abnehm- und waschbaren Bezug. So kann die oberste Schicht, welche direkt mit dem Körper in Kontakt ist, einfacher gereinigt werden und wenn nötig ausgetauscht, was die Lebensdauer des gesamten Betts erhöht. Zudem überbrückt er die “Besucherritze”, den Spalt zwischen zwei Matratzen, falls der Aufbau zweiteilig ist.

 

Ist das nicht einladend? Boxspringbett Loimaa

 

Und welcher Topper ist nun der beste? Kaltschaum? Gelschaum? Visco? In unserem Matratzen-Ratgeber stellen wir dir die einzelnen Materialien und Matratzenarten vor.

Was muss man für ein Boxspringbett ausgeben?

Vorab: Den landläufigen Eindruck, dass ein Boxspringbett generell teurer ist, kann man so nicht bestätigen. Zum einen werden inzwischen auch Modelle unter 1000 € angeboten. Zum zweiten kann man auch für die Kombination aus Bett, Lattenrost und Matratze einiges ausgeben – je nach Anspruch. Und drittens sind Boxspringbetten recht langlebig. Rechnet man den Anschaffungspreis auf die Lebensdauer hinunter, kommt man auf Centbeträge pro Nacht.

Richtig ist: Ein Boxspringbett ist ein komplettes Schlafsystem, und allein schon wegen des Materials und der Herstellung aufwändiger. Dennoch gibt es natürlich qualitative Unterschiede zwischen einem 500-€- und einem 5000-€-Modell. Wer Wert auf Qualität und Langlebigkeit legt, ist gut damit beraten, in der mittleren bis höheren Preisklasse zu suchen.

 

Welche Boxspringbetten sind gut?

Im Folgenden zählen wir dir ein paar Kriterien auf, anhand derer du gute Qualität erkennst. Bei jedem dieser Aspekte ist es dir überlassen, Einschränkungen und Kompromisse zu machen, wenn du nicht zu viel ausgeben kannst oder willst.

Untergestell der Box:

Hochqualitative Boxspringbetten haben Massivholz in der Box verbaut und verwenden dies auch für die Füße.

Matratze:

Die aufliegende Matratze ist am besten punktelastisch. Wie oben bereits erwähnt, sind Taschenfederkern bzw. Tonnentaschenfederkern die bewährtesten Boxspringmatratzen.

Raumgewicht der Schaumstoffe:

Das Raumgewicht drückt aus, wie viel Material bei der Herstellung verwendet wurde. An ihm erkennt man die Qualität. Minderwertige Schaumstoffe nutzen sich schneller ab, es kann zu Kuhlenbildung kommen. Kaltschaum sollte mindestens RG30, also ein Raumgewicht von 30 kg/m³ aufweisen, Gel- und Viscoschaum mindestens RG50 (mehr über das Raumgewicht erfährst du hier).

Extras:

Inzwischen gibt es auch Boxspringbetten mit zusätzlichen Funktionen, die sich natürlich auch im Preis niederschlagen. Beispiele dafür wären:

  • ▶ Mit Motor verstellbare Liegefläche
  • ▶ LED-Beleuchtung
  • ▶ Bettkasten für zusätzlichen Stauraum

 

Auch in Sachen Funktion lässt sich in einem Boxspringbett einiges unterbringen

Worauf muss ich beim Kauf eines Boxspringbetts noch achten?

Wir haben bereits einige Aspekte behandelt. Damit du auch das Boxspringbett findest, das zu dir passt, solltest du ebenfalls einen Blick auf folgende Dinge werfen:

Härtegrad:

Damit du richtig liegst, sollte die Schlafunterlage auf dein Körpergewicht abgestimmt sein. Obwohl Härtegrade keine genormte Angabe sind, verfahren die meisten Hersteller nach der Faustregel: H2 bis 80 kg, ab 80 kg empfiehlt sich Härtegrad 3. Mehr dazu erfährst du hier.

Beim Boxspringbett ist der Härtegrad übrigens nicht so wichtig wie bei einfachen Matratzen, da der Topper, der doppelte Federweg und die schiere Höhe der Konstruktion für jeden Körper ausreichend Unterstützung bieten. Deswegen wird auch nicht jedes Modell in unterschiedlichen Härtegraden angeboten. Schwere Personen sollten darauf achten, dass der Topper ausreichend dick ist, da hier viel punktelastische Unterstützung stattfindet.

Design:

Versuche, dir das Bett in deinem Schlafzimmer vorzustellen. Harmoniert die Erscheinung mit den anderen Möbeln im Raum? Welche Farbe macht sich wohl am besten? Bezüglich Farbe wollen wir dir noch den Tipp geben, keine allzu helle Farbe zu wählen, wenn du nicht sicher bist, dass du dein Bett vor Verschmutzungen bewahren kannst. Das gilt besonders für Stoffe; Kunstleder kann man leicht reinigen, dafür ist dessen Haptik nicht jedermanns Sache.

Wir hoffen, dass dir dieser Boxspringbetten Ratgeber etwas weitergeholfen hat und wünschen dir viele gute Nächte mit Luxushotel-Feeling.

 

Modern, urban und praktisch zeigt sich Boxspringbett Nevada