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Welche Matratze bei Rückenschmerzen?

 

Du wachst jeden Morgen auf, und anstatt erholt zu sein, fühlst du dich wie gerädert. Spätestens beim Aufstehen melden sich diese Rückenschmerzen wieder. Geht es dir auch so? Vielleicht ist es ja deine Matratze, die dir so zusetzt? Finde es heraus! Hier erfährst du, welche Rolle deine Schlafunterlage spielt und welche Matratzen bei Rückenschmerzen geeignet sind.

Welchen Einfluss hat die Matratze auf Rückenschmerzen?

Sehen wir uns an, was im Schlaf geschieht. Tagsüber, beim Stehen, Sitzen und Bewegen wird deine Wirbelsäule durch dein Körpergewicht gestaucht. Während der Nacht können sich die Bandscheiben zwischen den Wirbelkörpern regenerieren und saugen sich mit nährstoffreicher Flüssigkeit voll. Deswegen sind wir morgens nach dem Aufstehen auch größer. Wichtig ist für diesen Prozess, dass die Wirbelsäule gerade liegt und sich die umgebende Stützmuskulatur entspannen kann. Ist das nämlich nicht der Fall, beispielsweise wenn du eine Kuhle in einer durchgelegenen Matratze hast, hängt dein Rücken durch, und die Muskeln werden gedehnt bzw. gestaucht, wodurch sie verkrampfen können.

Bietet die Matratze hingegen ausreichend Stützwirkung, damit die Muskulatur um die Wirbelsäule wirklich loslassen kann, wachst du entspannt und regeneriert auf.

 

 

Wann sollte ich eine neue Matratze kaufen?

Grundregel: Die Matratze muss zu dir und deinem Körper passen. Das ist nicht immer der Fall. Überprüfe bei Rückenschmerzen erst einmal, ob einer der folgenden Fälle vorliegen könnte:

Die Matratze ist durchgelegen. Schaumstoff verliert an Dauer an Elastizität, besonders, wenn er nicht von guter Qualität ist (erkennbar am Raumgewicht). Ist deine Matratze uneben? Finden sich Kuhlen in der Liegefläche? Ist sie älter als zehn Jahre? Dann wird es Zeit für eine neue.

Die Matratze ist zu weich. Du darfst nicht zu tief einsinken. Hast du zum Beispiel eine Matratze mit einem zu niedrigen Härtegrad, kommt dein Rücken möglicherweise in einer unvorteilhaften Position zum Liegen.

Die Matratze ist zu flach. Eine Matratze muss eine gewisse Höhe bieten, damit die schweren Partien deines Körpers (Schulter-, Beckenzone) einsinken kann. Im schlimmsten Fall kämst du nämlich quasi auf dem Lattenrost oder Boden zu liegen. Eine Matratze sollte mindestens 12 cm dick sein, mehr Höhe geht meist mit höherem Komfort einher.

Mach den Test! Leg dich in deiner bevorzugten Schlafposition hin und achte auf deine Wirbelsäule. Oder lass eine andere Person das einschätzen: Hängt dein Kreuz durch? Bildet die Wirbelsäule eine gerade Linie oder knickt sie an einer Stelle ab? Vielleicht kannst du ja schon an dieser Stelle der Ursache auf den Grund gehen.

 

Neue Matratze? Gib deinem Rücken ein paar Nächte Zeit, sich an die Veränderung zu gewöhnen

 

Worauf muss ich beim Matratzenkauf achten?

Eine Matratze soll dich stützen, und das ist das Anliegen jeder Matratze. Wichtig ist, dass du darauf achtest, dass sie deinem Körper und deiner Wirbelsäule gerecht wird. Deswegen solltest du dich bei der Kaufentscheidung über folgende Faktoren informieren:

Hat die Matratze eine Zonenunterteilung? Liegezonen (üblicherweise 7, es gibt jedoch auch Modelle mit 3, 5 oder gar 9) unterstützen die gerade Lage der Wirbelsäule, auch in seitlicher Position. Da im Schulter- und Beckenbereich der Großteil des Gewichts aufliegt, gibt die Matratze an diesen Stellen mehr nach, sodass diese Regionen tiefer liegen. Lende oder Beine werden hingegen stärker gestützt, sodass der Rücken in gerader Haltung zum Liegen kommt.

 

 

Achte auf den richtigen Härtegrad. Leichte Personen schlafen besser auf weichen, schwere auf festeren Matratzen. Üblicherweise gibt es die Auswahl zwischen H2 (bis 80 kg) und H3 (ab 80 kg). Dabei handelt es sich allerdings eher um Empfehlungswerte, die von den Herstellern individuell bestimmt werden und zwischen den Marken nicht unbedingt vergleichbar sind.

 

 

Ist die Matratze punktelastisch? Am förderlichsten für eine bequeme und rückenschonende Lage ist es, wenn die Matratze nur an den Stellen nachgibt, an denen sie belastet wird. Rücken- und Seitenschläfer sind mit einer punktelastischen Matratze gut beraten, allein für die Bauchlage empfiehlt sich ein Modell mit flächenelastischem Einsinkverhalten. Punktelastisch reagieren alle (hochqualitativen) Schäume sowie Taschenfederkerne, flächenelastisch ist die Bonell-Federkernmatratze mit ihren miteinander verbundenen Federn.

 

 

Welche Matratze ist gut bei Rückenschmerzen?

Es gibt viele verschiedene Matratzenmodelle. Dabei muss der Komfort nicht immer mit hohem Preis einhergehen – eine vernünftige 7-Zonen-Kaltschaummatratze bekommt man schon für einen niedrigen dreistelligen Betrag.  Wir stellen dir die Matratzentypen vor. Durch Klick auf die Links kommst du zu weiterführenden Informationen.

 

Bei Matratzen kommt es auf die inneren Werte an

 

Kaltschaummatratzen bestehen aus aufgeschäumtem Polyurethan. Vorteil für den Rücken sind die guten punktelastischen Eigenschaften, die angenehme Wärme und bei vielen Modellen Liegezonen, die mit Einschnitten ausgearbeitet werden.

Rücken-Faktor ++
 

 

Federkernmatratzen haben einen Kern aus Metallfedern, bei Taschenfederkernen sind diese einzeln in Stofftaschen eingenäht, was das Mitschwingen der umliegenden Federn verhindert. So können auch diese Matratzen gute punktelastische Eigenschaften vorweisen, je mehr Federn pro Flächeneinheit, desto besser (Micro-Taschenfederkern). Zudem werden diese Matratzen gut belüftet, was bei nächtlichem Schwitzen vorteilhaft ist.

Rücken-Faktor +/++ (je nach Matratze)
 

 

Viscoschaummatratzen haben eine Auflage aus Viscoschaum, der sich thermoelastisch dem Körper anpasst. Das ergibt eine unübertroffene Stützwirkung und hält zudem auch angenehm warm. Zumindest, wenn du dich nachts nicht viel bewegst, ist das eine Top-Empfehlung für den Rücken.

Rücken-Faktor +++
 

 

Gelschaummatratzen kombinieren die Körperanpassung von Gel mit der Luftigkeit von Schaum. Auch dieses Material zeichnet sich durch hervorragende Punktelastizität aus und bietet eine hervorragende Grundlage zur Entspannung.

Rücken-Faktor +++
 

 

☞ Bei Boxspringmatratzen und Boxspringbetten liegen zwei Lagen Federkerne übereinander, gekrönt mit einer Lage Schaum, bzw. mit einem Schaumtopper. Der doppelte Federweg ergibt nicht nur dieses typische schwingende Liegegefühl, auch der Körper wird an jeder Stelle optimal getragen. Nicht nur Leute, die es mit dem Rücken haben, werden den unvergleichlichen Komfort dieser Konstruktion schätzen.

Rücken-Faktor +++

 

 

Bei Boxspringbetten ist der rückenschonende Topper bereits Teil des Aufbaus

Topper

Falls dir deine Matratze zu hart vorkommt, kann ein Topper helfen. Das sind Auflagen mit einem Schaumkern aus Kalt-, Komfort-, Gel- oder Viscoschaum. Dieser unterstützt die Körperanpassung der Matratze und verlängert deren Lebensdauer. Wenn du dir keine neue Matratze kaufen willst, kannst du mittels Topper deinem Bett eine Extraportion Komfort verschaffen.

 

 

Lattenrost

Auch der Lattenrost – sofern du kein Boxspringbett hast – reagiert auf dein Körpergewicht (bzw. eures). Verstellbare Lattenroste ermöglichen es, die Härte in den wichtigsten Körperzonen anzupassen – vielleicht ist es ja schon mit einem neu justierten Lattenrost getan. Eventuelles Durchhängen deiner Matratze kannst du mit diesen korrigieren. Probier einfach aus, ob du damit für eine gerade Schlafunterlage sorgen kannst.

 

Zusammenfassung: Welche Matratze bei Rückenschmerzen?

Es gibt viele verschiedene Matratzenmodelle. Dabei gibt es bei jeder Bauart welche, die für Rückenschmerzen geeignet sind. Wichtig ist, dass sie zu deinem Körper, Gewicht, deiner bevorzugten Schlafhaltung und deinem persönlichen Komfortbedürfnis passt. Dabei sollte sichergestellt sein, dass deine Wirbelsäule gerade liegen kann und sich die Muskulatur entspannt. Die Investition in eine gute Matratze zahlt sich bei Rückenschmerz-Patienten häufig direkt aus. Probier es einfach aus!

 

Allgemeiner Hinweis zu medizinischen Themen:

Die hier dargestellten Inhalte dienen ausschließlich der neutralen Information und allgemeinen Weiterbildung. Sie stellen keine Empfehlung oder Bewerbung der beschriebenen oder erwähnten diagnostischen Methoden, Behandlungen oder Arzneimittel dar. Der Text erhebt weder einen Anspruch auf Vollständigkeit, noch kann die Aktualität, Richtigkeit und Ausgewogenheit der dargebotenen Information garantiert werden. Der Text ersetzt keinesfalls die fachliche Beratung durch einen Arzt oder Apotheker und er darf nicht als Grundlage zur eigenständigen Diagnose und Beginn, Änderung oder Beendigung einer Behandlung von Krankheiten verwendet werden. Konsultiere bei gesundheitlichen Fragen oder Beschwerden immer den Arzt deines Vertrauens!