RATGEBER

Das 1×1 des Dekorierens

Schöne Dekoration lebt von den persönlichen Lieblingsstücken und visuellen Highlights. Aber auch die wollen gekonnt arrangiert werden. Damit ihr beim Dekorieren die Übersicht behaltet, haben wir hier das kleine Einmaleins des Dekorierens für euch zusammengestellt.

Habt ihr auch so eine Stelle in der Wohnung, die etwas mehr Aufmerksamkeit gebrauchen könnte? Die sich perfekt für schöne Dekoration eignet, aber immer etwas kahl bleibt oder als allgemeine Ablagefläche genutzt wird? Dann nichts wie ran da. Dekorieren macht nicht nur unglaublich viel Laune, sondern ist oftmals auch das i-Tüpfelchen einer gelungenen Einrichtung. Mit diesem Einmaleins des Dekorierens gelingt euch das spielend einfach.

 

1. Highlights setzen

Dekoration ist immer auch ein Spiel der Aufmerksamkeit. Und um diese zu steuern, braucht ihr einen echten Blickfang, ein sehr präsentes Highlight, das die Betrachter abholt und begeistert. So ein visueller Anker besticht zum Beispiel durch Größe, eine ungewöhnliche Form oder auffallende Farben. Besonders mit kräftigen Farbakzenten in Form von Wandbildern oder Sofakissen könnt ihr interessante visuelle Reize setzen.

Ebenfalls wichtig: die Blickachse. Versteckt eure Dekoration nicht, sondern präsentiert sie an einem angemessenen Ort wie einem Sideboard oder auf dem Kaminsims.

 

Richtig angeordnet kann eure Dekoration zum Hingucker der gesamten Wohnung werden

2. Rahmen bilden

Ein paar hübsche Gegenstände können in einem Regal schnell etwas verloren aussehen. Dagegen helfen visuelle Rahmen, die das Auge geradezu auf das Ensemble lenken. Dafür könnt ihr zum Beispiel einen großen Spiegel nutzen, aber auch leere Bilderrahmen, langstielige Blumen oder eine Bogenlampe sind bestens dafür geeignet.

Das gleiche Prinzip empfiehlt sich übrigens auch in der Horizontalen. Tableaus wie Mauervorsprünge sind die ideale Präsentationsfläche, um eure Wohnung mit Dekoration zu verschönern. In großen Räumen könnt ihr mit Tabletts, Bücherstapeln oder einer großen Schale den perfekten Untergrund für eure Arrangements schaffen.

 

Statt eines Beistelltisches einfach mal einen Zeitschriftenstapel als Deko-Grundlage nutzen. Und wie wäre es mit einem Stehtablett für eure Topfpflanzen?

3. 1 x 1 = 3

Ungerade Gruppen nimmt unser Auge als harmonischer wahr. Kombiniert also lieber drei oder fünf Dinge als zwei oder vier. Diese Asymmetrie kann sich auch in der Anordnung bemerkbar machen. Steht alles ordentlich aufgereiht nebeneinander, wirkt das möglicherweise sehr starr. Während eine lockere Platzierung, bei der die Dinge nicht ganz so streng geordnet beisammenstehen, offener erscheint.

 

Mit Dreiergruppen könnt ihr beim Dekorieren nichts falsch machen

4. Höhen variieren

Schlanke Gegenstände wirken besonders gut, wenn ihr sie mit Dingen in unterschiedlichen Höhen kombiniert. Das beste Beispiel: Vasen. Hier sind drei unterschiedliche Höhen Trumpf und machen die Komposition interessanter.

5. Lichtquellen setzen

Die schönsten Dekoinseln können im Meer der Dunkelheit versinken. Spendiert eurem Arrangement eine schöne Lampe, die einen strahlenden Lichtkegel darauf wirft. Optimal sind Steh- oder Tischlampen, die selber eine außergewöhnliche Form haben und sich dekorativ einbringen.

 

Auch mit Lichtern lassen sich tolle Highlights setzen und bestimmte Lieblingsecken eurer Wohnräume betonen

6. Gekonnt reduzieren

Dekorieren bedeutet auch immer eine Reduktion auf das Wesentliche. Zu kleinteilige Ecken wirken schnell unübersichtlich. Setzt lieber auf Klasse statt Masse und gebt besonders schönen Dingen Raum zum Glänzen. Eine extravagante Schale oder kunstvoll designte Flakons sprechen für sich.

 

7. Der rote Faden

Dekoration wirkt immer dann besonders gelungen, wenn ein roter Faden zu erkennen ist. So könnt ihr zum Beispiel alles im Stil der siebziger Jahre halten, euch an Stilrichtungen wie dem Bauhaus orientieren oder die Jahreszeiten als Inspirationsquelle nutzen. Saisonale Arrangements sind vor allem für die Tischdekoration Klassiker. Wenn euch eine inhaltliche Klammer gelingt, wirkt alles wie aus einem Guss.

Neben der inhaltlichen sind ästhetische Gemeinsamkeiten die zweite Variante. Spielt mit Farben, Material und Formen, aber versucht bei einem dieser Merkmale eine rote Linie beizubehalten. Etwa drei unterschiedliche Vasen in der gleichen Farbe oder Kissen in der gleichen Form, aber in komplementären Farben.

 

Wenn ihr zu knalligen Farben greift, konzentriert euch dabei auf drei bis vier Töne, um ein harmonisch wirkendes Farbkonzept zu kreieren

8. Persönlichkeit zeigen

Dekoration macht euer Zuhause wohnlich und ist Ausdruck von Persönlichkeit. Also zeigt das, was euch ausmacht und dekoriert mit euren Lieblingsstücken. Warum nicht ein altes Erbstück, einen merkwürdigen Flohmarktfund oder vielleicht sogar ein kultiges Spielzeug aus Kindertagen / ein antikes Kinderbuch mit hohem Nostalgie-Faktor in Szene setzen? Dinge mit persönlicher Geschichte hauchen jeder Dekoration Leben ein und wecken nostalgische Erinnerungen.

 

Lasst Erinnerungen, Selbstgebasteltes und Fundstücke nicht in Schränken verschwinden, sondern setzt all diese Dinge gekonnt in Szene

9. Mit Wohntextilien arbeiten

Gemütlichkeit ist überaus dekorativ. Kissen und Tagesdecken gibt es noch dazu in so vielen unterschiedlichen Farben und Mustern, dass keine Wünsche offenbleiben. Hier gilt ebenfalls: Ungerade Gruppen, ähnliche oder komplementäre Farben bei unterschiedlichen Formen und vice versa bilden tolle Arrangements, die noch dazu jedem Raum Gemütlichkeit verleihen.

 

Hier gilt: Umso mehr, desto gemütlicher wird es

10. Mut zur Wiederholung

Vor allem mit Stoffen und Mustern könnt ihr interessante Déjà-vu-Effekte inszenieren. Zum Beispiel, indem ihr die Farbe eurer Vorhänge auch für ein oder zwei Sofakissen oder das Tapetenmuster als Sesselbezug verwendet. Das ergibt eine ungewöhnliche Dekoration mit einem humorvollen Augenzwinkern!

 

Lasst Farben und Muster an verschiedenen Stellen des Raumes wieder auftauchen

Dekoration ist, was ihr daraus macht! Also gebt dem Einheits-Look keine Chance und überrascht mit etwas Ungewöhnlichem, indem ihr ausgetretene Pfade verlasst und euren individuellen Stil findet. Dekorieren macht so viel Spaß und, wenn ihr diese Grundregeln im Sinn behaltet, dürft ihr euch hier richtig kreativ ausleben. Und falls es mal nicht so geworden ist, wie gewünscht: Einfach abbauen und von vorne beginnen!