Tipps und Ideen

Dein Musikzimmer einrichten – so geht’s

Musik wird oft nicht schön gefunden
weil sie stets mit Geräusch verbunden.

Was schon Wilhelm Busch wusste, gilt auch in diesem Jahrhundert ohne Abstriche. Wenn du gerne Musik machst, ganz gleich, ob als Instrumentalist, Sänger, Produzent, DJ oder einfach als passionierter Musikkonsument, machst du am besten in einem eigenen Raum, in welchem du deinem Hobby ungestört nachgehen kannst – und besonders, ohne andere zu stören. Hier geben wir dir Tipps, wie du das am besten gelingt.

Raum schalldicht dämmen

Kein Raum und keine Wohnsituation gleicht dem/der anderen. Während es für vergleichsweise leise Instrumente wie Akustikgitarre oder Ukulele schon reicht, die Tür zu schließen, verlangen andere musikalische Hobbys nach umfangreicheren Maßnahmen. Wenn du in einem Mehrparteienhaus wohnst, ist das besonders wichtig. Um zu evaluieren, wie aufwendig die Schallschutzmaßnahmen für dein Musikzimmer sein müssen, solltest du dich erst einmal mit den umliegenden Hausbewohnern unterhalten: Wie stark kommen Trittschall oder Alltagsgeräusche bei ihnen an? Wie viel Toleranz haben sie für deine musikalische Betätigung? Könnt ihr euch über Übungszeiten verständigen? Ein guter Draht zu den Menschen, die potenziell zu unfreiwilligem Publikum werden, ist der beste Weg, um Ärger gar nicht erst aufkommen zu lassen.

Für richtig laute Schallquellen, etwa Bandproberäume oder Schlagzeug, wird als effektivste Maßnahme ein „Raum im Raum“ empfohlen – eine isolierte Raumkonstruktion aus Rigipsplatten, die an allen Seiten schalldicht isoliert ist (z. B. mit Antivibrationsmatten und Steinwolle). Das ist jedoch eine ziemlich aufwendige und kostspielige Angelegenheit und kommt vielleicht bei dauerhaft genutzten Proberäumen und Studios infrage. Im Zweifelsfall ist ein eigens angemieteter Übungsraum wohl die einfachere Lösung.

 

Ein Profi-Raum mit Wand- und Deckenpaneelen

 

Um deine Musik nach außen hin abzudämpfen, kannst du folgende Möglichkeiten verfolgen:

  • ♪ Dünne, schalldurchlässige Raumteile verstärken (Fenster/Tür), etwa durch Schaumstoffisolation
  • ♪ Fenster mit dicken Vorhängen (Moltonstoff) versehen
  • ♪ Teppichboden verlegen
  • ♪ Schall brechen durch Eierkartons, spezielle Wandpaneele oder Schaumstoffmatten

Auf Schallbrücken achten

Die Vibrationen deiner Musik werden jedoch nicht nur über die Luft übertragen, sondern auch über Feststoffe. Denk an eine Stimmgabel, die lauter klingt, wenn du sie gegen ein Möbelstück hältst, da sie dieses zum Mitschwingen bringt. Gebäudeteile wie Decken/Böden, Heizungsrohre oder Kabelschächte transportieren die Vibrationen im ungünstigen Fall direkt zu deinen Mitmietern ins Zimmer. Beschwert sich der Mieter unter deinem Musikzimmer über laute Bässe, kannst du dem entgegenwirken, indem du deine Boxen auf Schallschutzmatten (das sind Gummimatten, die die Vibration dämpfen) stellst, oder sie durch spezielle Standfüße (Suchbegriff: „akustisch entkoppeln“) vom Boden trennst. Dennoch ist Rücksichtnahme und Kommunikation in jedem Fall das beste Mittel für den Hausfrieden.

Guten Raumklang erreichen

 

Achte darauf, genug Platz zu haben

 

Natürlich willst du auch, dass Musik in deinem Übungsraum gut klingt. In einem komplett nackten Raum mit glattem Boden würde der Widerhall wohl stören. Deswegen solltest du dafür sorgen, dass sich die Schallwellen an möglichst vielen Stellen brechen und nicht zurückgeworfen werden, was du als Nachhall wahrnimmst.

Zu diesem Zweck sind dicke, hochflorige Teppiche die beste Wahl für den Bodenbelag. Auch die Wände sollten nicht nackt gelassen werden, sondern Schallbrecher haben. Das ist die Funktion von den Eierpaletten oder Noppenschaumstoffmatten, die in vielen Proberäumen an den Wänden angebracht sind. Alternativ hilft es auch schon, wenn der Raum mit Möbeln eingerichtet ist, ein vollgestelltes Bücherregal mit seiner vielfach gebrochenen Oberfläche bewirkt diesen Effekt beispielsweise auch.

Besonders wichtig ist das, wenn du produzierst und Musik abmischen willst. Idealerweise verhält sich der Raum „linear“, das heißt, jede Frequenz, die aus deinen Boxen kommt, breitet sich gleichmäßig aus.

Beispiel: Wenn dein Raum tiefe Frequenzen reflektiert, hörst du sie lauter und wirst entsprechend weniger davon in deinen Mix geben. Hörst du den Mix dann woanders oder über Kopfhörer, stellst du dann aber fest, dass es in deinem Song an Bass fehlt.

Das in der Praxis perfekt hinzubekommen ist jedoch fast unmöglich und beschäftigt einen eigenen Expertenzweig, nämlich Raumakustiker.

Für dein eigenes Heimstudio kannst du den Raum mit einfachen Maßnahmen zumindest aufwerten. Ein idealer Schallschlucker ist Steinwolle (Rock Wool). Bei einem großen Raum solltest du auch die Decke als Schallreflektor mit beachten und Deckenpaneele bauen, die du aufhängst und ggf. ebenfalls mit Mineralfasermatten füllst. Wenn du mehr zum Thema Raumakustik wissen willst: Gute Tipps dazu lassen sich leicht ergoogeln  und auf YouTube finden.

Auch die Position deiner Boxen ist nicht unbedeutend. Am besten platzierst du sie mittig im Raum, auf Ohrhöhe, mittels Boxenständern oder einem Schreibtisch mit erhöhter Ablagefläche. Du solltest in genau gleichem Abstand zu beiden Speakern sitzen. Hast du Boxen auf dem Schreibtisch stehen, platziere sie am besten auf speziellen Schaumstoff- oder Gummimatten – Stichwort „Stimmgabel-Effekt“ (s.o.).  Lass am besten einen halben Meter Abstand zur Wand und zu Zimmerecken, denn sonst türmen sich die zurückgeworfenen Bassfrequenzen auf und verfälschen das Klangbild.

Das Musikzimmer einrichten

Richtiges Licht sorgt für Wohlfühlatmosphäre, und auch für Stauraum sollte gesorgt sein

Nun, da das Zimmer einigermaßen schalldicht ist, geht es daran, es dir gemütlich zu machen.

Je nachdem, was du darin tust, benötigst du die entsprechende Sitzgelegenheit. Für einen Cello-Spieler tut es ein schlichter Stuhl, als Produzent hast du im Prinzip einen Bildschirmarbeitsplatz. Da du viele Stunden im Sitzen verbringst, solltest du deinem Rücken zuliebe in einen guten Schreibtischstuhl investieren.

Du bist DJ? Da du im Club ja auch nicht auf dem Sofa an den Turntables sitzt, übst du deine Übergänge und Scratches im Stehen am besten an einem erhöhten Tisch, einem Bartisch.

Für dein Zubehör solltest du natürlich auch ausreichenden und passenden Stauraum haben. Ein Regal darf in keinem Musikzimmer fehlen – und das passende für deine Zwecke findest du in unserer großen Auswahl, je nachdem, ob du nur ein paar Notenbücher oder eine stattliche Vinylsammlung unterbringen willst.

Und für die Pausen bist du mit einem gemütlichen Polstermöbel wie einem Sofa oder Sessel gut beraten, auf denen du kurz entspannen kannst, bevor es wieder an die Kunst geht.

Um ein kreatives Umfeld zu schaffen, fehlt nur noch der letzte Schliff: Mit stimmungsvoller, warmer Beleuchtung schaffst du eine gemütliche Atmosphäre, in der du dich richtig wohlfühlen kannst. Und Deko-Stücke und Poster – am besten mit musikalischem Thema – verleihen deinem Musikzimmer seinen persönlichen Touch. Schließlich ist das richtige Feeling nicht nur in der Musik entscheidend, sondern auch für die Umstände, unter denen sie entsteht. Frohes Musizieren!